Nur „Goldi” darf ihre bunten Federn behalten

Von: Daniela Martinak
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Besondere Hühner sollten es s
Besondere Hühner sollten es sein: Vor fünf Jahren hat Manfred Uhde mit der Zucht von Deutschen Reichshühnern begonnen. Früher wurden diese Rasse für Kaiser Wilhelm II. Foto: Martinak

Jakobwüllesheim. Ein Hektar Grünfläche, jede Menge Artgenossen in der Nachbarschaft und liebevolle Zuwendung sind für die Hühner von Manfred Uhde aus Jakobwüllesheim ein wenig wie der Vogelhimmel auf Erden. Seit fünf Jahren beschäftigt sich Uhde mit der Zucht von Rassehühnern.

„Alles fing mit einem Stamm von einem Hahn und fünf Hühnern an”, erinnert sich der 62-Jährige. Aber besondere Hühner sollten es sein. Vögel, die es nicht so häufig gibt. Dabei stieß der Jakobwüllesheimer schließlich auf eine Rasse, die nicht nur selten ist, sondern sogar kurz davor, auf der roten Liste zu stehen. „Die Hühner sind so gut wie vom Aussterben bedroht. Dabei gibt es diese Rasse bereits seit 1907”, weiß Uhde.

Das sogenannte Deutsche Reichshuhn wurde zu Zeiten des Kaisers Wilhelm II. erstmals erwähnt. Der Kaiser gab damals den Auftrag, ein Huhn zu züchten, welches weißes Gefieder, weiße Knochen und weißes Fleisch hat. Ein sauberes Tier sollte gezüchtet werden. Ein Jahr später vereinten sich die Züchter und so wurde der Sonderverein der Züchter Deutscher Reichshühner ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es das Deutsche Reichshuhn in zahlreichen Farben von „Gelb-Schwarzcolumbia” über „Gold-Schwarzgesäumt” bis zu „Rost-Rebhuhnfarbig”.

Heute gehören dem Verein neun Bezirke mit 330 Mitgliedern an. Unterteilt in Ortsgruppen gibt es allein in Deutschland 40 Züchter, die diese Hühnerrasse erhalten wollen.

Uhde selbst gehört der Ortsgruppe Elsdorf an. „Entscheidend bei dem Deutschen Reichshuhn ist die Form, die ein abgerundetes Rechteck bildet”, erklärt der Jakobwüllesheimer. Aber auch das Gefieder, die Ständer (Füße) und bei den Hähnen das Schwanzgefieder sowie der Kamm müssen dem Standard entsprechen. Ein Deutsches Reichshuhn hat einen geraden Rücken, der von dem leicht ansteigenden Schwanz verlängert wird.

Das Gefieder ist fest anliegend und besteht aus straffen Federn und straffer Flügelhaltung. Vom Wesen her ist diese Rasse sehr ruhig und auch zutraulich. Für Manfred Uhde kaum zu übersehen. Sobald der 62-Jährige an die Türe des Hühnerlaufs kommt, geht das Gegacker schon los und die zwölf Hühner, gefolgt von den sechs Hähnen, stürmen geradezu auf ihn los. Und dabei haben sie teilweise ganz schöne Strecken zurückzulegen. Schließlich können sich die Vögel auf dem Hof und der Weide frei bewegen.

Ein Hektar Fläche steht ihnen zur Verfügung. Hauptsächlich picken sie Gras und Insekten, besonderes Futter bekommen sie nicht. Aber über frisches Getreide freuen sie sich sichtlich, und der Züchter aus Jakobwüllesheim hat meistens ein paar Körner in der Tasche. Uhde: „Sie laufen mir ständig hinterher. Auch wenn ich mal gemein sein muss, wird mir das schnell verziehen. Ich züchte nur die weißen Hühner. Deshalb wird jede einzelne Feder, die auch nur ein wenig grau schimmert sofort gezupft. Jedenfalls dann, wenn wieder Ausstellungen auf dem Programm stehen.”

Zupfen hat bei „Goldi” keinen Sinn

Bei Goldi jedoch hat selbst das Zupfen keinen Sinn. „Da ist eine Henne tatsächlich mit den französischen Hühnern, den Marans, meines Sohnes fremd gegangen”, erzürnt sich Uhde scherzhaft. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Huhn jedoch zum Lieblingstier der Familie. Ebenso wie seine anderen gefiederten Freunde, wartet Goldi gespannt auf den Nachwuchs. Ende Januar schlüpfen neue Küken, die hoffentlich wieder dem Standard des Deutschen Reichhuhns entsprechen.

Ende des Jahres dürfen die Hähne den wunderschönen Vogeldamen einen Besuch abstatten. „Es ist immer unterschiedlich wie viele Küken dabei rauskommen. Das kann ich nie sagen. Ich bin nur froh, wenn ich meinen Bestand erhalten kann”, sagt der Jakobwüllesheimer. Je nachdem wie alt die Hühner nämlich bereits sind, dienen sie der Zucht nicht mehr. „Auch Reichshühner und ihre Eier schmecken gut”, versichert Manfred Uhde.
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