Nörvenich - „Nummernboy“: Rauswurf aus Verband ist besiegelt

„Nummernboy“: Rauswurf aus Verband ist besiegelt

Von: Jörg Abels
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Aus und vorbei: Nach dem umstrittenen „Nummernboy“-Auftritt auf der Damensitzung hat der Regionalverband Düren die „Fidele Jonge“ Nörvenich ausgeschlossen.

Nörvenich. Das Präsidium des Regionalverbands Düren (RvD) hat entschieden: Nach dem umstrittenen Auftritt des „Nummernboys „auf der Damensitzung Anfang des Monats wird die KG „Fidele Jonge“ Nörvenich mit sofortiger Wirkung aus dem Verband und damit auch aus dem Bund Deutscher Karneval (BDK) ausgeschlossen.

„Eine Entscheidung, die ohne Alternative war“, erklärte RvD-Präsident Rolf-Peter Hohn, und die im Präsidium nach der rund zweistündigen Anhörung der „Fidele Jonge“ am Mittwochabend einstimmig gefallen sei. Die Einsicht und Reue der KG-Verantwortlichen kam ebenso zu spät wie das Schuldeingeständnis einzelner mit dem Angebot, auf Ämter in Zukunft zu verzichten, um Schaden von der KG insgesamt abzuwehren.

Als der „Nummernboy“ einen längeren Auftritt nutzte, um mit einer jungen Frau aus dem Publikum auf der Bühne eindeutige Turnübungen zu veranstalten, sie und sich selbst mit Sahne zum Abschlecken einsprühte, ohne dass seitens der KG eingegriffen wurde, sei eine Grenze überschritten worden, betonte Hohn und verwies auf die RvD-Satzung, nach der Oben-ohne-Darbietungen, Striptease, Nacktauftritte und Zoten, die die Grenzen des guten Geschmacks massiv überschreiten, Ausschlussgründe sind. Diese sei für die Vereine, aber auch für das Präsidium bindend.

„Wir stehen zu unserem Fehler und akzeptieren die Entscheidung des RvD-Präsidiums, auch wenn sie hart ist“, erklärte KG-Schatzmeister Michael Kügeler am Donnerstag auf Nachfrage. „Wir entschuldigen uns bei allen, die den Auftritt anstößig gefunden haben, beim Regionalverband Düren und natürlich bei unseren Mitgliedern“, versprach Kügeler, dass sich ein solcher Ausrutscher nie mehr wiederholen werde.

Der Ausschluss hat für die KG zahlreiche Konsequenzen. Sie kann zum Beispiel nicht länger von den Gruppenrahmenverträgen der Verbände mit der GEMA und einer Versicherung profitieren. Unmittelbar betroffen ist die Jugendabteilung. Die rund 80 Jungs und Mädchen dürfen ab sofort nicht mehr auf Turnieren des RvD und des BDK tanzen. Dass es jetzt zu einer Austrittswelle kommen wird, befürchtet Michael Kügeler aber nicht und hofft, dass der Verein noch enger zusammenrücken wird. Abgesehen vom Tanzturnier (siehe Info) werde die Session wie geplant fortgesetzt. Alle übrigen Veranstaltungen finden statt.

Endgültig zugeschlagen ist die Verbandstür für die „Fidele Jonge“ mit dem jetzt erfolgten Rauswurf nicht. „Nach einem angemessenen Zeitraum können sie einen Antrag auf Wiederaufnahme stellen“, betonte Hohn. Wichtig sei die Einsichtigkeit, die mit dem Verzicht auf Rechtsmittel beginne, aber auch in der jetzt beginnenden Bewährungsphase nicht noch einmal aufzufallen. „Wir werden die Gesellschaft genau beobachten.“ Zur Erinnerung: Als mit der KG „Blau-Weiße Sterne“ Derichsweiler Ende der 90er Jahre erstmals ein Verein nach einem Oben-ohne-Auftritt aus dem Verband rausgeworfen wurde, dauerte es bis zur Wiederaufnahme zehn Jahre.

Der Fall Nörvenich ist für RvD-Präsident Rolf-Peter Hohn ein neuerlicher Beleg dafür, dass Auftritte von „Nummerngirls“ und „-boys“ auf Karnevalssitzungen unkontrollierbare Gefahren bergen. „Wer in einer mit Stroh gefüllten Scheune mit Feuer spielt, muss sich nicht wundern, wenn es plötzlich brennt“, steht für Hohn außer Frage, dass solche Darbietungen überhaupt nicht in den Karneval gehören. Er fordert alle Vereine daher noch einmal auf, sich von solchen Auftritten zu distanzieren. „In einer Gesellschaft mit bestimmten Wertevorstellungen dürfen auch am Rande des organisierten Karnevals nicht alle Dämme brechen.“ Angemerkt

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