Düren - Nuhr lässt die Luft raus

Nuhr lässt die Luft raus

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
Dieter Nuhr
Serviert Pointen wie aus der Hüfte geschossen: Dieter Nuhr bei seinem Auftritt in der Arena Kreis Düren. Foto: Christoph Hahn

Düren. Der Mann ist eine Berühmtheit, der Mann ist Kult. Wo Dieter Nuhr auftritt, sorgt er für ausverkaufte Häuser - so auch in der Arena Kreis Düren, wo am Freitag beim Gastspiel des Düsseldorfer Kabarettisten mit seinem aktuellen Programm „Nuhr die Ruhe” nun wirklich auch der allerletzte der rund 2300 Sitzplätze im weiten Riesenrund besetzt war.

Doch der Star des Abends entpuppte sich nicht bloß als Publikums- und Kassenmagnet: Locker und scheinbar wie aus der Hüfte geschossen serviert kaum ein Kollege seine Gags. Das Ganze würzt Nuhr noch mit Ironie und Verschmitztheit. Die schwere Kunst der Leichtigkeit, das federnd Charmant eines Sonnyboys: Das hat niemand so gut drauf wie er. Und darum steht das Publikum auf Nuhr.

Dass hinter „Nuhr die Ruhe” mehr als eine Wortspielerei steckt, erweist sich schon zu Beginn des rund zweistündigen Programms. Schweinegrippe und andere Themen, die Zeitgenossen aufregen: Mit ein, zwei Worten lässt Nuhr die Luft raus und reduziert die Dinge auf ihren Kern. Klar doch: Sein Witz ist so spitz wie eine Nadel, die alles Aufgeblähte durchsticht. Respektlosigkeit und eine gewisse intellektuelle Hochseilartistik, mit der sich der Künstler kühn von einem Thema zum anderen schwingt, kommt hinzu.

So verknüpft der rheinische Schelm mit dem Lausbuben-Charme die Finanzkrise mit der Volksabstimmung über das Minarett-Verbot in der Schweiz, um trocken zu kommentieren: „Bankentürme, Kirchentürme und Minarette - von mir aus könnten sie alle abreißen.” Denn Nuhr, der ehemalige Messdiener, machte aus seinem Bekenntnis zum Unglauben keinen Hehl - und schwimmt damit, vielleicht sogar wider Willen, im skeptizistischen Strom des Zeitgeistes mit.

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