„Nuhr ein Traum“: Kabarettist nimmt kein Blatt vor der Mund

Von: gkli
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Der Kabarettist Dieter Nuhr begeisterte am Sonntag in der Arena Kreis Düren 2300 Besucher mit „Nuhr ein Traum“. Foto: gkli

Düren. Die Daunenweste, die Dieter Nuhr trug, wirkte ein wenig wie ein Panzer. Seine Stirn zierten Falten. Die vergangenen Monate, in denen es Kritik an seinen Aussagen bezüglich verschiedener Religionsgemeinschaften gab, sind mit Sicherheit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen.

Dennoch nahm der Vollblutkabarettist, während er am Sonntagabend in der Arena Kreis Düren sein Programm „Nuhr ein Traum“ gut zwei Stunden lang den 2300 Besuchern präsentierte, kein Blatt vor den Mund.

Der Comedian geht seinem Beruf, in satirischer Form mit Worten den Finger in die Wunden der Gesellschaft zu legen, mit großem Ernst nach. Viele Fakten, die er nennt, sei es zur Bevölkerungszahl oder zu den Details, was die neue S-Klasse angeht, veredeln die Pointen. Er selbst versteht sein Programm als Therapie und empfiehlt den Besuchern seine eigene Vorgehensweise: „Ich erwarte nichts mehr von den Leuten, und seitdem geht es mir besser.“

Eine schöne Überschrift für die von ihm aufgezeigten Probleme der gesamten Erde und speziell für die des Abendlandes könnte auch lauten „Nuhr keine Panik“. Denn genau das ist die Botschaft, die seinem Programm entspringt. Laute Panikmacher wies Dieter Nuhr unverblümt in die Schranken. Er stellte fest: „Die Medien heutzutage leben doch von Angst und Schrecken. In den Zeitungen wimmelt es nur so von Katastrophen.“ Politikseite - alles schlimm, Wirtschaftsseite - alles schlimm, und selbst die Sportseite ist vor Schreckensmeldungen nicht gefeit.

Schulden, Krebs, Demenz, Ebola, da sei es doch kein Wunder, dass die Depressionen in der Bevölkerung zunehmen würden. Dieter Nuhr würde sich wünschen, dass auch für gute Meldungen einmal die Titelseiten frei geräumt und die besten Sendezeiten hergegeben würden. So sei der Rhein, als er selber Kind gewesen sei, eine Kloake gewesen. Inzwischen schwimmen edle Fische dort herum, was kaum publik gemacht würde.

Gleiches gelte für das Ozonloch, das wieder kleiner werde und für das Durchschnittsalter der Menschen in Deutschland. Die Medizin wird immer besser, die Leute immer älter. Wer etwas gegen Kälte und Schläuche in der hiesigen medizinischen Versorgung habe, der könne ja nach Afrika zu einem Schamanen gehen und sich mit einem Wieselfell über den Rücken streichen lassen. Dieter Nuhr bemerkt: „Auf diese Weise geht das Sterben schneller.“

Doch um das Gute in den Vordergrund zu stellen, ruft der Kabarettist dazu auf: „Wir sollten die Welt als Lebensort sehen und nicht als Sterbehospiz.“ Über einen Berufswechsel denkt er zwischendurch laut nach: „Sobald der Papst von der Stange fällt bewerbe ich mich auf diesen Posten.“ Auch privat renne er gerne in Frauenkleidern herum. Ein entsprechendes Bewerbungsschreiben auf das Papstamt liege schon in seiner Schublade. Das beginne mit den Worten: „Sehr geehrte Kardinälinnen und Kardinäle“.

Als Messdiener erwarb er die besten Voraussetzungen, sowohl für den Beruf des Kabarettisten als auch für den des Papstes: „Als Messdiener muss man auch vor 20 Leute treten, die alle so eine Fresse ziehen und dennoch nach einer Woche wiederkommen.“ Ach ja, und dann die Islamisten. Die sollten vielleicht mehr Kölsch trinken. Denn wer gemütlich trinke, der wäre geneigt zu sagen: „Ach, spreng Du Dich doch in die Luft, ich hab noch ein wenig Kölsch im Glas.“ Immer wieder erhielt Dieter Nuhr begeisterten Beifall.

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