Langerwehe/Düren - Nötigung der Ex-Freundin nicht beweisbar: Frau schwieg

Nötigung der Ex-Freundin nicht beweisbar: Frau schwieg

Von: hp
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Langerwehe/Düren. Eigentlich habe er an der Tankstelle nur ein paar Frühstücksbrötchen kaufen wollen. Doch statt mit Backwaren kam der 42-Jährige aus Langerwehe mit einer Flasche Wodka nach Hause.

Dass er daraus dann mehr als nur einen kräftigen Schluck genommen hat, wurde spätestens bei der Blutprobe sichtbar: 2,81 Promille, so dass eine Gutachterin für den Tatzeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration von 3,4 Promille errechnete. In diesem Zustand soll der Mann an einem Nachmittag im Oktober so sehr über seine Ex-Lebensgefährtin hergefallen sein, dass der Staatsanwalt von sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung sprach.

Am Donnerstag stand der Handwerker vor dem Dürener Schöffengericht. Soweit er sich erinnern könne, sei er nur in die Wohnung seiner Ex-Freundin gegangen, um sich mit ihr auszusprechen. Er habe sie zwar am Oberkörper festgehalten, von einer Sex-Attacke wollte er jedoch nichts wissen.

Einzige Zeugin, die für Klarheit hätte sorgen können, war das vermeintliche Opfer. Da die 44-jährige Frau inzwischen aber wieder mit dem Angeklagten zusammen und seit dessen erfolgreicher Alkoholtherapie sogar mit ihm verlobt ist, machte sie von ihren Recht der Zeugnisverweigerung gebrauch. Das Paar plant nach 18-jähriger Partnerschaft zusammen mit den beiden gemeinsamen Kindern sogar einen totalen Neuanfang als richtige Familie in Spanien.

Auch eine Nachbarin, die im Oktober nach dem Geschrei aus der Wohnung nebenan die Polizei angerufen hatte, teilte lediglich mit, dass die 44-Jährige damals weinend zu ihr gekommen sei. Konkretes habe sie aber nicht gesagt. Angesichts dieser Beweislage sprach das Gericht den 42-Jährigen frei, so wie es Staatsanwalt und Verteidigung gleichermaßen beantragt hatten.
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