Nörvenicher hofft, bald nach Tokio zurückzukehren

Von: cl
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Osaka/Düren. Das Land will er vorerst nicht verlassen. Aber 300 Kilometer weiter südlich von den japanischen Atomkraftwerken, in denen die Kernschmelze droht, fühlt sich Ralf Jörg Dreher sicherer.

Der Steuerberater aus Nörvenich arbeitet seit Juni des vergangenen Jahres in Tokio. Am Sonntag hat er die japanische Hauptstadt verlassen und ist nach Osaka gereist. Dort hat ihn die DZ am Montag in seinem Hotel telefonisch erreicht.

„Die meisten deutschen Kollegen sind zurück in die Heimat geflogen”, berichtet der 40-Jährige. Sein Arbeitgeber, ein international agierendes Wirtschaftsberatungsunternehmen, habe die Kosten komplett übernommen. „Ich sitze natürlich auch auf gepackten Koffern. Aber ich hoffe noch, dass der schlimmste Fall nicht eintritt”, sagt Dreher.

Er hat geplant, im Büro seines Unternehmens in Osaka wieder die Arbeit aufzunehmen - allerdings mit permanentem Blick auf die aktuelle Berichterstattung über das furchtbare Erdbeben und seine Folgen.

Dass der Sohn kein unnötiges Risiko eingeht, hofft in der Heimat seine Mutter Gisela. Mit ihr steht der Nörvenicher in ständigem Telefonkontakt. Auch als die Erde in Tokio bebte, war Dreher gerade mit seiner Mutter verbunden. „Zuerst haben wir noch gescherzt”, erinnert er sich. Doch dann habe das Bürogebäude, in dem er seit Juni arbeitet, „wie ein Schiff in schwerer See” zu wanken begonnen. „Als ich sah, wie sich mein Chef unter dem Schreibtisch verkrochen hat und alle Kollegen hektisch wurden, habe ich natürlich auch große Angst bekommen”, sagt Dreher.

Während das verheerende Beben 120 Kilometer nordöstlich von Tokio völlige Verwüstung hinterlassen hat, laufe der Betrieb im Büro seines Arbeitgebers in Tokio schon wieder beinahe normal, sagt Dreher. Dass er bald dorthin zurückkehren kann und nicht vor einer atomaren Katastrophe in die Heimat flüchten muss, ist nicht nur seine große Hoffnung.
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