Noch viele Fragen zum Thema Jodtabletten

Von: Stephan Johnen
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Der Kreis Düren darf ab sofort Jodtabletten direkt an die Bürger verteilen. Foto: imago/Steinach

Kreis Düren. In Anbetracht der Nähe zu den belgischen Atommeilern Doel 3 und Tihange 2 hat das NRW-Innenministerium grünes Licht dafür gegeben, dass in der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen die derzeit zentral gelagerten Jodtabletten direkt verteilt werden können.

„Die direkte, präventive Verteilung ist neu für uns. Wir haben bis Donnerstag mit den Kommunen an Plänen gearbeitet, die zurzeit in Stockheim vorrätigen Tabletten in den Städten und Gemeinden dezentral zu lagern“, sagte der für das Amt für Bevölkerungsschutz zuständige Kreis-Dezernent Peter Kaptain auf Anfrage unserer Zeitung. Mit der Städteregion Aachen und den anderen Landkreisen gelte es nun, ein abgestimmtes Konzept zu erarbeiten. Das letzte Wort habe das Innenministerium in Düsseldorf.

„Es gibt noch viele Fragen“, sagte Kaptain. Die vom Land zur Verfügung gestellte Menge an Jodtabletten reiche beispielsweise nicht für eine flächendeckende Versorgung im Kreis Düren. „Wir können etwa 70 Prozent des Bedarfs abdecken“, erklärte Peter Kaptain. Dies sei aufgrund des Forschungszentrums Jülich sogar besser als in anderen Landesteilen. „Eine EU-weite Ausschreibung wird sechs Monate dauern“, bilanziert der Dezernent. Erst im Winter würden alle im Ernstfall benötigten Tabletten vorrätig sein.

Wie ein Plan zur direkten Verteilung aussehen kann, sei noch offen. Möglich wäre eine Ausgabe über Apotheken oder Rathäuser. Auch bei einer direkten Verteilung müsse für den Ernstfall sichergestellt werden, dass alle Bürger weiterhin die Möglichkeit haben, schnellstmöglich an Jodtabletten zu gelangen. „Ich glaube nicht, dass jeder seine direkt verteilte Tablette auch immer 24 Stunden mit sich herumträgt“, gibt Kaptain zu bedenken. Sollte es zu einem Reaktorunfall kommen, sei es vermutlich schwierig, auch den besten Verteilungsplan umzusetzen: „Die Straßen Richtung Osten dürften schnell verstopft sein.“

„Wir werden Lösungen für die Menschen im Kreis Düren finden“, ist Peter Kaptain überzeugt. Er weist allerdings auch darauf hin, dass die Einnahme einer Jodtablette „nicht vor allen Problemen bewahre“.

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