Nikolaus-Shopping: „Wir stehen im brutalen Wettbewerb“

Von: kin
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Gähnende Leere. Schon um 20.30 Uhr waren Wirtelstraße und Stadtcenter beim „Nikolaus-Shopping“ am Samstagabend nicht wirklich gut besucht. Allerdings waren auch die meisten Geschäfte zu der Zeit bereits geschlossen. Foto: Kinkel

Düren. Samstagabend, 20.30 Uhr: Die Dürener Geschäftswelt hatte zum „Late-Night-Shopping“ eingeladen, angekündigt waren Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr. In der Kölnstraße war um 20.30 Uhr gerade einmal ein Geschäft noch geöffnet, in der Wirtelstraße, also Dürens Haupteinkaufsstraße, waren es um diese Uhrzeit immerhin noch sieben Läden, die auf Kunden warteten.

Andererseits: Gerade in der Wirtelstraße sind kaum noch Menschen unterwegs. „Dafür bin ich extra in die Stadt gekommen“, sagt Helena Wüllenweber aus Kreuzau. „Und jetzt haben wieder nur die großen Geschäfte auf. Das ärgert mich sehr. Es ist total leer in der Stadt, aber vermutlich liegt das auch daran, dass die meisten Geschäfte schon zu haben.“

„Wir haben schon in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass das Nikolaus-Shopping nicht gut funktioniert“, sagt Ulf Minartz, Einzelhändler und Vorstandmitglied der IG City. „Und das hat sich auch in diesem Jahr wieder bestätigt. Es waren am Abend kaum Menschen in der Stadt. Wir haben auch früh zugemacht.“ Für ein Late-Night-Shopping, so Minartz weiter, brauche es ein Event, ähnlich wie bei „Düren leuchtet“.

„Die kleineren Händler würden auf diesen Einkaufsabend am liebsten komplett verzichten.“ Das sehen Daniel Böttke, Manager des Stadtcenters, und Bernd Düvel, neuer Geschäftsführer der Galeria Kaufhof-Filiale, komplett anders. „Wir stehen in brutalem Wettbewerb“, formuliert es Böttke. „Wir müssen solche Sonderöffnungszeiten anbieten, damit Düren mit Aachen oder Köln überhaupt mithalten kann. Wir müssen dran bleiben und dürfen uns nicht wegducken.“

Grundsätzlich, ergänzt Böttke, sei der dritte Adventssamstag „zufriedenstellend gewesen, ohne dass wir Jubelsprünge machen. Aber um Winterkleidung wirklich gut verkaufen zu können, war es auch einfach zu warm.“ Bernd Düvel, der sein Geschäft am Samstag als Einziges sogar bis Mitternacht geöffnet hatte, glaubt, dass die Rurstadt durch Aktionen wie das Nikolaus-Shopping positiv im Gedächtnis der Kunden bleiben würde.

„Der Laden war zwar nicht den ganzen Tag voll, aber es waren immer Kunden da, auch an den späteren Abendstunden. Die Menschen konnten in Ruhe einkaufen und sind gut beraten worden.“ Auch Düvel hält Sonderöffnungszeiten für wichtig: „Wir müssen Flagge zeigen und den Kunden das Gefühl geben, dass wir für sie da sind. So schaffen wir ein positives Einkaufserlebnis und machen gute Werbung für unsere Stadt.“

Für einen Geschäftsmann mit einem kleinen Bekleidungsgeschäft, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, war der dritte Adventssamstag eine Katastrophe – zumindest, was seinen Umsatz angeht. „Ich hatte mir von dem Tag wirklich viel versprochen, weil das Nikolaus-Shopping im vergangenen Jahr ganz hervorragend funktioniert hat. Heute war überhaupt nichts los.“

Vielleicht, ergänzt der Geschäftsmann, seien die Kunden einfach übersättigt. „‚Düren leuchtet‘ im November, Nikolaus-Shopping Anfang Dezember und am vierten Advent ein verkaufsoffener Sonntag – vielleicht ist das zu viel in zu kurzer Zeit. Andererseits – der verkaufsoffene Sonntag nächste Woche ist meine letzte Hoffnung, dass das Weihnachtsgeschäft doch noch einigermaßen gut wird.“

Einzig die Gastronomie und die Beschicker des Weihnachtsmarktes waren zufrieden. „Für uns war der Tag ein Erfolg“, sagt Schausteller-Chef Hans-Bert Cremer.

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