Düren - Niemand will mehr in die Röhre schauen

Niemand will mehr in die Röhre schauen

Von: Lars Brepols
Letzte Aktualisierung:
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Langsam hat sie ausgedient, die gute alte Röhre. Viele ausgediente Fernsehapparate landen deshalb auf dem Recyclinghof des Dürener Service Betriebes Foto: Brepols

Düren. Die gute alte Röhre hat langsam ausgedient. Hochauflösendes Fernsehen, Blu-Ray oder digitale Übertragung sind in aller Munde. Wen wundert´s da, dass immer mehr moderne Flachbildfernseher in die Wohnzimmer einziehen.

Denn die neuen Techniken sind mit den in die Jahre gekommenen Röhrenapparaten nicht mehr darstellbar.

Die Elektrohändler reiben sich erwartungsvoll die Hände. Der Verkauf von Flachbildfernsehern boomt - trotz Wirtschaftskrise. „Die Nachfrage ist riesig. Unsere Branche wird derzeit von der Sonne bestrahlt”, zeigt sich Uwe Gunkel, Geschäftsführer von Elektro Gunkel in der Wirtelstraße, mehr als zufrieden. Teilweise käme es bei einigen Händlern sogar zu Lieferengpässen, besonders zum Jahresende hin.

Doch eine Frage drängt sich in diesem Zusammenhang auf: Was passiert mit den Gebrauchten, wenn der Neue kommt? Verkaufen, verschenken oder vielleicht als Zweitgerät im Schlafzimmer nutzen? Meist landen die TV-Geräte jedoch auf dem Recyclinghof - beispielsweise beim Dürener Service Betrieb (DSB) in der Paradiesstraße, selbst dann, wenn das Gerät noch voll funktionstüchtig ist. Die alten, „ausgedienten” Fernseher türmen sich dieser Tage zu riesigen Halden auf.

„Derzeit werden sehr viele alte Röhrengeräte bei uns entsorgt. Anscheinend haben die Leute noch genügend Geld in den Taschen, um sich einen neuen Fernseher zu gönnen”, schmunzelt Klaus Howanietz. Seit acht Jahren nimmt Howanietz die „Kunden” an der Schranke zum Gelände des Recyclinghofs an der Paradiesstraße in Empfang. Fast im Minutentakt rollen auch an diesem Dienstag die Fahrzeuge vor. Ein prüfender Blick und Howanietz weist den „Recyclern” den Weg zu den entsprechenden Containern. „Etwa zwei bis drei alte Fernseher werden momentan täglich bei uns entsorgt”, berichtet Howanietz.

Seit dem 24. März 2006 werden alle Elektro(nik)geräte - unabhängig vom Herstellungsdatum - kostenlos dem Recycling zugeführt. Darüber hinaus holen die Mitarbeiter des DSB im Rahmen der Sperrgutabfuhr, gegen eine Gebühr von 7,50 Euro/Stück, die Geräte auch ab. „Sollten die Kunden uns dabei vorher explizit darauf hinweisen, dass das Gerät noch funktionstüchtig ist, vermitteln wir es weiter”, verdeutlicht Horst Frisch, stellvertretender Betriebsleiter beim DSB.

In Kooperation mit der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA) leitet der DSB die Geräte dann zu günstigen Konditionen an bedürftige Menschen oder soziale Einrichtungen weiter.

Nur eines sehen Howanietz und Frisch nicht gerne: Wenn sich Unbekannte die entsorgten Geräte selbstständig aus den Containern „fischen”. „Das versuchen wir grundsätzlich zu vermeiden, denn wenn zwei oder drei Personen das selbe Gerät haben möchten, kommt es schnell zu Streitigkeiten”, spricht der stellvertretende Betriebsleiter aus leidiger Erfahrung.
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