Niederzierer Katholiken vom Bistum enttäuscht

Von: Hartmut Prüss
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Haben nicht nur den eigenen Kirchturm im Blick: Josefine Stass, Willi Bodden, Kläre Plum, Michael Rothkopf und Maria Schäkel (v.l.). Foto: -hp.

Niederzier. Die Hoffnung haben sie noch nicht ganz aufgegeben, aber aus ihrer großen Enttäuschung über die Aachener Bistumsleitung machen sie keinen Hehl. Die stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Willi Bodden (St. Cäcilia Niederzier), Michael Rothkopf (St. Martin Oberzier) und Josefine Stass (St. Antonius Hambach) fühlen sich vom Bistum immer wieder hingehalten.

Denn von dem versprochenen „nahtlosen Übergang” nach der unfreiwilligen Verabschiedung des beliebten Pfarrers Rick van den Berg zum Jahreswechsel 2007/2008 ist allein eine fromme Absichtserklärung geblieben.

Auch die amtierenden Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte Maria Schäkel aus Niederzier und Kläre Plum aus Hambach sind mit der Situation alles andere als zufrieden. Und dass Walter Brauers vom Pfarrgemeinderat Oberzier in der Runde fehlt, habe allein dienstliche Gründe, erklären die anderen Teilnehmer.

Um es auf den Punkt zu bringen: Den Verantwortlichen in den kirchlichen Gremien fehlt ein „Seelsorger vor Ort”. Denn die Gottesdienste werden nur so angeboten, wie es in Zeiten einer solchen Vakanz geht. Dazu stehen verschiedene Priester zur Verfügung.

Einer von ihnen ist Pfarrer Alfred Schmid, der 41 Jahre alt ist und als Nachfolger im Niederzierer Pfarrhaus von vielen Gläubigen favorisiert worden ist.

Diese Hoffnungen haben sich allerdings zerschlagen, da man dem für die Behindertenseelsorge in der Region Düren verantwortlichen Priester die Mehrbelastung aus gesundheitlichen Gründen nicht zumuten will.

Willi Bodden blättert in seinen Akten, um zur rekonstruieren, was wann gesagt oder vereinbart worden ist. Im Sommer 2005 wurde nach einzigartigen Protesten, bei denen es etwa eine Menschenkette mit mehreren tausend Teilnehmern zwischen Hambach, Niederzier und Oberzier gab, erreicht, dass der damalige Pastor Rick van den Berg zwei Jahre länger bleiben konnte.

Bodden: „Da die Verantwortlichen in Aachen nicht daran dachten, den niederländischen Priester zu inkardinieren, also im Bistum Aachen einzugliedern, war der Bedarf für einen Nachfolger also auch schon im Sommer 2005 bekannt - und nicht erst nach dem Jahreswechsel 2007/2008.”

Neuwahlen im November

Die Ungewissheit könnte auch Auswirkungen auf die Wahlen der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände am 7./8.November haben. Denn sollte das Schulterzucken und Vertrösten bei Gremienmitgliedern zu Frust und Resignation führen, dürfte es schwer werden, Kandidaten für diese ehrenamtliche Tätigkeit zu finden. Und das bei voraussichtlich wachsenden Aufgaben, denn die Laienarbeit soll ja einen höheren Stellenwert bekommen.

In diesem Zusammenhang sehen die Niederzierer Gremien übrigens nicht nur die eigenen Kirchtürme. Sie wissen um die Situation etwa in Aldenhoven und haben auch bereits erfahren, dass Pfarrer Rüdiger Hagens sich im Sommer in Langerwehe verabschieden wird und Pfarrer Norbert Kaniewski in Inden/Altdorf ebenfalls demnächst versetzt wird.

Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz ist optimistischer. Durch Umstrukturierungen würde eine Reihe von Priestern frei. Er hoffe, dass lange nicht besetzte Stellen dann auch wiederbesetzt werden. Offizielle Stellungnahme von Bistumssprecher Josef Heinrichs: „Von uns gib es noch keine Festlegung!”
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