Niederzier - Niederzier: Gemeinde baut achteckige Flüchtlingsheime

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Niederzier: Gemeinde baut achteckige Flüchtlingsheime

Von: Jörg Abels
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Mit der Holzoptik sollen sich die achteckigen Flüchtlingsheime in das Dorfbild einpassen. Der Bau der ersten beiden Häuser soll in Kürze beginnen, die Baugenehmigungen sind beantragt. Grafik: Molls/Repros: Abels
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Maximal sollen in jeder Einrichtung 48 Personen untergebracht werden. Foto: Abels

Niederzier. Bei der Unterbringung von Flüchtlingen geht die Gemeinde Niederzier neue Wege. Sie verzichtet bewusst auf die andernorts übliche Anmietung von Wohncontainern und setzt auf ein eigenes, innovatives Baukonzept.

Drei Vorgaben waren Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) bei der Planung wichtig: Eine kurzfristige Umsetzung, denn die Aufnahmekapazität der Gemeinde ist nahezu erschöpft, eine kostengünstige, aber menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge und die Möglichkeit einer sinnvollen Folgenutzung.

Schließlich könne heute niemand verlässlich vorhersagen, wie sich die Flüchtlingssituation in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird.

Kosten: jeweils 450.000 Euro

Die Lösung hat der Bauarchitekt der Gemeinde gefunden. Achim Molls hat einen achteckigen Baukörper entworfen, der auf einer Stahlbetonplatte komplett aus Holz errichtet werden und sich harmonisch in die Umgebung einpassen soll. Das Besondere an den Gebäuden, die inklusive Inneneinrichtung und der Gestaltung des Außengeländes jeweils rund 450.000 Euro kosten: Die sanitären Anlagen (Dusche/WC) befinden sich im Innenbereich und können über einen umlaufenden Flur erreicht werden.

Und die im äußeren Ring angeordneten Zimmer sind in der Größe variabel. „Die Wände können flexibel angeordnet werden, weil sie nicht tragend sind“, erklärt Molls. So sind Einzel- und Zweibettzimmer ebenso denkbar wie Zimmer für größere Flüchtlingsfamilien. Jedes Zimmer hat einen eigenen Zugang zur Terrasse, so dass für den Fall der Fälle auch ein zweiter Fluchtweg vorhanden ist.

Maximal sollen in jeder Einrichtung 48 Personen untergebracht werden. Die erste soll bis Mitte des Jahres nördlich der Ellener Grundschule mit Zugang zur Morschenicher Straße gebaut, die zweite wenig später an der Trifftstraße in Hambach zwischen Friedhof und Sportplatzes fertiggestellt werden.

Drei weitere Standorte hat die Gemeinde bereits beschlossen, sollte die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge weiter so dramatisch steigen wie im vergangenen Jahr: in Niederzier, östlich des Feuerwehrgerätehauses an der Trifftstraße, in Selhausen auf dem Festplatz und in Krauthausen östlich des Wellpappenwerks.

Sollte sich die Flüchtlingssituation aber entspannen, können die mit einer zentral gesteuerten Fußbodenheizung ausgestatteten Gebäude aber auch anders genutzt werden. Achim Molls und Bauamtsleiter Dirk Lauterbach können sich Einiges vorstellen: Ohne größeren Aufwand könnten die Gebäude zum Beispiel in ein Studentenwohnheim für die nur wenige Kilometer entfernte FH Jülich umgebaut werden oder in einen zweigruppigen Kindergarten, erklärt Molls.

Eine Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus oder Vereinsheim sei ebenso denkbar wie ein Umbau zu Sozial- oder Seniorenwohnungen. Nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ist Dirk Lauterbach überzeugt, dass sich die Investition im Vergleich zu einer Containermiete schon in wenigen Jahren amortisieren wird.

In zwei Bürgerversammlungen will die Verwaltung die Anwohner in Ellen und Hambach über den Bau der beiden ersten Flüchtlingsheime informieren, in Ellen am Montag, 1. Februar, in Hambach am Dienstag, 2. Februar. Zwischen 16.30 und 18.30 Uhr stehen Mitarbeiter jeweils in der örtlichen Grundschule für Fragen bereit.

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