Nideggens historische Altstadt hat Vorrang

Von: sj
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Im März 2015 demonstrierten Nideggener Bürger vor dem Kreuzauer Rathaus gegen die 200 Meter hohen Windräder. Die dürfen jetzt maximal 175 Meter hoch sein. Foto: Archiv/Klinkhammer

Thum. Trotz erheblicher Bürgerproteste und Kritik der Nachbarkommune hielt der Kreuzauer Gemeinderat an seinen Plänen fest, in Thum den Bau von 200 Meter hohen Windrädern an der Grenze zur Stadt Nideggen zu ermöglichen. Fünf Windrädern, die am „Lausbusch“ in Richtung Nideggen errichtet werden sollen, wurden nun die Flügel gestutzt.

Der Regionalrat der Bezirksregierung Köln hat beschlossen, dass die Anlagen maximal 175 Meter hoch sein dürfen. Die Bezirksregierung hatte sogar gefordert, die Höhe auf 150 Meter zu beschränken; der Regionalrat entschloss sich zu einem Kompromiss. Die Höhe der Windenergieanlagen, die in Richtung Ginnick geplant sind, bleibt unverändert bei 200 Metern.

Grund für die Höhenbeschränkung sind Vorbehalte des Denkmalschutzes. Die 200 Meter hohen Räder hätten die Burg und das „Dürener Tor“ in Nideggen erheblich beeinträchtigt. Die Errichtung sei daher nicht mit den Zielen der Landesplanung und Raumordnung vereinbar. Ohne Änderung hätte die Gemeinde kein grünes Licht für die Planungen bekommen.

„Da zwischen der Gemeinde und der Regionalplanungsbehörde nach mehreren Gesprächen und einem vorgelegten Kompromiss von einer maximalen Anlagenhöhe von 175 Metern kein Einvernehmen erzielt werden konnte, musste der Regionalrat über den Sachverhalt entscheiden“, sagte Siegfried Schmühl, Allgemeiner Vertreter des Kreuzauer Bürgermeisters, auf Anfrage unserer Zeitung.

Gebaut werden sollen die Windräder von der Firma Juwi, den Stadtwerken Aachen und der REA GmbH (Regenerative Energie Anlagen Management). „Alle Beteiligten halten an dem Vorhaben fest“, betonte Schmühl. Auch wenn die Verkleinerung der Anlagen auch die Wirtschaftlichkeit beeinträchtige.

Aufgrund der neuen Höhenbeschränkung im sogenannten Flächennutzungsplan muss auch der Bebauungsplan für den Bereich „Lausbusch“ geändert werden. Die Planungen werden also an dieser Stelle zurückgedreht. Vorbehaltlich einer Zustimmung der politischen Gremien der Gemeinde soll die Offenlage des geänderten Bebauungsplanes voraussichtlich im Mai geschehen.

Dann können Bürger, Verbände und Institutionen ihre Bedenken vorbringen. Das Thema Windenergieanlagen steht daher auf den Tagesordnungen des Umweltausschusses, der am Dienstag, 19. Januar, um 19 Uhr tagt, und des Bau- und Planungsausschusses, der einen Tag später ebenfalls um 19 Uhr im Rathaus tagt.

„Es ist bedauerlich, aber wir verlieren etwa ein halbes Jahr“, sagte Siegfried Schmühl unserer Zeitung. Die Zeit aber arbeitet gegen die Windenergiepläne, denn spätestens bis zum 31. Dezember müssen alle für den Bau und den Betrieb der Anlagen notwendigen Genehmigungen vorliegen.

Sollte dies nicht der Fall sein, müssten sich Unternehmen, die die Windräder errichten möchten, im Rahmen einer neuen Ausschreibung um Einspeisevergütungen bewerben, erklärte Schmühl.

Im Nideggener Rathaus zeigte man sich am Dienstag mit der Reduzierung der Höhe der Windräder nicht zufrieden. Kämmerer Marco Dederichs: „Für uns sind auch 175 Meter nicht akzeptabel. Wir wollten die Windräder an dieser Stelle ganz verhindern.“ Die Stadt will nun die weiteren Schritte von Kreuzau abwarten und dann die Möglichkeit prüfen, rechtlich gegen die Anlagen vorzugehen. Dederichs: „Mit gutem Zureden ist hier wenig zu erreichen.“

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