Kreuzau/Nideggen - Nideggener sammeln 500 Unterschriften gegen Windräder

Nideggener sammeln 500 Unterschriften gegen Windräder

Von: bugi
Letzte Aktualisierung:
10669822.jpg
Gegen die Pläne der Gemeinde Kreuzau, bei Thum neue Windräder zu errichten, regt sich Widerstand. Foto: Michael Jaspers

Kreuzau/Nideggen. Mehr als 500 Bürger aus Nideggen haben sich gegen den Plan der Gemeinde Kreuzau ausgesprochen, bei Thum an der Grenze zur Stadt Nideggen neue Windräder zu errichten. Die entsprechenden Eingaben liegen in Kreuzau vor.

„Das ist von der Anzahl her ungewöhnlich“, erklärte auf Anfrage der Kreuzauer Baudezernent Siegfried Schmühl. „Wir nehmen die Bedenken nicht auf die leichte Schulter und werden uns damit natürlich auseinandersetzen“, versprach Schmühl.

Die politische Beratung in den Fachgremien wird allerdings frühestens im September erfolgen können. Eher noch später. So hat auch die Stadt Nideggen eine ausführliche Stellungnahmen abgegeben und unter anderem darauf verwiesen, dass auch die Belange des Denkmalschutzes bei der Planung berücksichtigt werden müssten. Schmühl: „Wir werden jetzt gutachterlich untersuchen müssen, wie sich die Windräder auf die Blickbeziehungen zu Denkmälern wie Burg Nideggen, der Kirche oder Nideggens mittelalterlicher Stadt auswirken.“ Ob ein Fachgutachter bis September ein Ergebnis liefern kann, ist noch offen.

Gegen die Kreuzauer Planung haben sich in der Zwischenzeit auch die Naturschutzverbände Nabu und BUND ausgesprochen. Beide Verbände kritisieren, dass die für Windkraftanlagen ausgewiesene Fläche im Bereich Steinkaul an mehrere Naturschutzgebiete grenzt: „Aus naturschutzfachlicher Sicht ist es nicht begreiflich, wie die geplante Windkonzentrationszone genau in dieses Mosaik von umgebenden Schutzgebieten geplant werden kann“, heißt es in der Stellungnahme.

„Wir sind hier nicht im Naturschutzgebiet, sonst hätten wir an dieser Stelle ja nicht geplant“, reagiert hingegen Baudezernent Schmühl, der die vorgegebenen Abstandsregeln als eingehalten betrachtet. „Die Auswirkungen auf diese Naturschutzgebiete werden wir aber natürlich überprüfen“, versichert er. Kritisch sieht Schmühl die zweite Stellungnahme der Naturschutzverbände, die sich mit den Windenergieanlagen im Bereich Lausbusch beschäftigt.

Darin verweisen BUND und Nabu unter anderem darauf, dass man sich in einem Landschaftsschutzgebiet befinde. Der Bau von Windkraftanlagen würde deshalb dem Schutzzweck des entsprechenden Gebietes widersprechen. Hinzu komme, dass Windkraftkonzentrationszonen nicht in Laubwäldern ausgewiesen werden dürften. „Dies ist hier der Fall. Damit ist die Ausweisung der Fläche als Konzentrationszone für Windenergieanlagen unzulässig“, schreiben Nabu und BUND. Das sieht Schmühl freilich anders: „Sobald man sich einen Meter außerhalb von Ortslagen bewegt, ist man immer in einem Landschaftsschutzgebiet“, argumentiert er.

Als Eigentor von BUND und Nabu könnte sich aus Sicht des Bauamtsleiters das Argument von der Lage im Wald entpuppen. Schmühl: „Wenn Frau Siehoff vom BUND sich die Örtlichkeit angeguckt hätte, dann hätte sie festgestellt, dass es am Standort selbst den von ihr erwähnten Laubwald gar nicht gibt.“ Allerdings ist im Regionalplan die entsprechende Fläche als Wald markiert, berichtet Schmühl weiter, „weil da irgendwann mal ein Wald entstehen soll“.

Den aus Nideggen zudem geäußerten Vorwurf, man setzte bei der Umsetzung auf einen zweifelhaften Geschäftspartner, weist Siegfried Schmühl ebenfalls zurück. Das kritisierte Unternehmen sei nicht Vertragspartner der Gemeinde, unterstrich Amtsleiter Schmühl. Sollte besagtes Unternehmen allerdings für einen der Vertragspartner tätig werden, werde man auf mögliche Probleme hinweisen und dies auch bei den erforderlichen Bürgschaften im Blick behalten. So weit ist man im zeitlichen Ablauf allerdings noch lange nicht.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert