Nideggener erwecken „Wenkbüggel“ zum Leben

Von: Bruno Elberfeld
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Der „Wenkbüggel“ (4.v.r.), der Richter, der Ankläger, der Verteidiger, die Zeugen und der Gerichtsdiener nahmen an der Wiederauferweckungs-Verhandlung teil. Foto: bel

Nideggen. Es ging mal wieder zünftig zu bei der traditionellen Gerichtsverhandlung der „Wenkbüggel-Zunft“: Am Veilchendienstag erst war der „Wenkbüggel“ auf dem Marktplatz der Herzogsstadt öffentlich verbrannt worden.

In der Sitzung am Wochenende im Ratskeller mussten hohe Herren in schwarzen Anzügen mit Schärpe und Zylinder entscheiden, ob der „Wenkbüggel“ doch wieder zum Leben erweckt werden soll. Und das ist eine durchaus ernste Angelegenheit, wenn man im Gerichtssaal die Mienen der Herren, die über Leben und Tod entschieden.

Franz-Josef Brandenburg in der Rolle des Richters: „Zur Verhandlung kommt heute die Sache Nideggener Scheinheilije gegen den ‚Wenkbüggel‘.“ Lothar Classen, der sowohl den Staatsanwalt als später auch den „Advokatus Diaboli“ spielte, klagte den „Wenkbüggel“ vieler Vergehen an. Darunter Zechprellerei, Herumlungern, Verführen unschuldiger Mädchen. Sichtbar wurden die Anklagepunkte durch Karikaturen, die durch den Saal getragen wurden.

In der Rolle des Verteidigers fand Classen dann viele Entschuldigungen für seinen Mandanten. Bedenken solle man, dass der „Wenkbüggel“ ein Ur-Nideggener sei, der einfach zur fünften Jahreszeit dazugehöre, er sei sogar bei allen Beerdigungen von Ur-Nideggenern dabei gewesen, weil anschließend das Fell des Verblichenen „versoffen“ wurde. Apropos Zechprellerei: „Der ene ode andere Deckel is wahrscheinlich in Verjessenheit jeraten aufgrund des übermäßijen Alkoholjenusses.“

So wogten Anklage- und Verteidigungspunkte für und gegen die Wiedererweckung des „Wenkbüggels“ hin und her. Zeugen wurden vernommen.

Nach kurzer Beratung und nach dem Rundreichen einer Sammelkappe für die Bedürfnisse des bald Wiedererweckten wurde der „Wenkbüggel“ – gespielt von Mathias Büchel – schließlich auf einer Trage mit Musik wiederbelebt. Und tatsächlich: der vor Monaten Verbrannte bewegt nach und nach alle seine Glieder – zumindest bis zum nächsten Veilchendienstag.

Kommentator Wolf-Dieter Keß gab dem Publikum die notwendigen Erläuterungen und Gerichtsdiener Jürgen Keller verpasste dem Gerichtsort die Atmosphäre eines Gerichtssaales. Für die Stimmung mit Musik und Rhythmus sorgten die „Bum Pacs“ und „De Wisse Stüppe“, Karl-Josef Frings und Andreas Methen.

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