Nideggen wird auf neue Abstandsgrenzen für Windräder reagieren müssen

Von: bugi
Letzte Aktualisierung:
8202310.jpg
Die Bundesnetzagentur hat eine Kapazität von 1000 Megawatt ausgeschrieben. Symbolfoto: Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Nideggen. Ist die geplante Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen in Nideggen obsolet? Seit Jahren untersucht die Kommune, auf welche Flächen der Bau von Windkraftanlagen beschränkt werden kann, um so dem befürchteten Wildwuchs der Anlagen zu begegnen.

Noch in der letzten Bauausschusssitzung hatten die Mitglieder gegen die Stimmen der Fraktion „Menschen für Nideggen“ (MfN) das gesetzlich vorgeschriebene Aufstellungsverfahren für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Das sieht unter anderem ein knapp 50 Hektar großes Gebiet an der Stadtgrenze zu Kreuzau in der Nähe von Thum vor, in dem der Bau von Windkraftanlagen dann genehmigt werden könnte.

Gegen diesen Beschluss hatte die MfN Einspruch eingelegt, so dass er in der kommenden Ratssitzung am 4. Juli vom Rat erneut behandelt werden muss. Mit dem jetzt von der neuen Landesregierung vorgelegten Koalitionsvertrag könnte sich die Nideggener Planung komplett ändern.

Der Vertrag sieht zum Beispiel vor, dass für neu zu genehmigende Anlagen künftig Abstandsgrenzen von 1500 Metern zur Bebauung festgeschrieben werden sollen. Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp: „Wir haben in den untersuchten Gebieten bisher Abstandsgrenzen zwischen 600 und 800 Metern berücksichtigt.

Sollte es einen neuen Erlass mit Grenzen von 1500 Metern geben, würde sich unsere Planung ganz anders darstellen.“ Soll heißen: Es würde vermutlich kaum noch eine Fläche für Windkraftanlagen übrig bleiben. Der Koalitionsvertrag von CDU und FDP geht allerdings noch einen Schritt weiter. So will die neue Landesregierung auch „die Verpflichtung im Landesentwicklungsplan zur Ausweisung von Windvorrangzonen“ komplett aufheben.

„Dieses Ergebnis war zu erwarten“, reagiert MfN-Fraktionsvorsitzender Erwin Fritsch. So wie er schon in der Bauausschusssitzung davon ausgegangen war, dass es „keinen aktuellen Anlass zur sofortigen Fassung eines Beschlusses zur Änderung des Flächennutzungsplanes“ gab, dürfte der sich künftig gleich ganz erledigen.

Keine Auswirkungen werden die geplanten Änderungen der Landesregierung hingegen auf die Windräder bei Thum auf dem Gebiet der Gemeinde Kreuzau haben. Siegfried Schmühl, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters: „Der Flächennutzungsplan ist von der Bezirksregierung bereits genehmigt. Am 6. Juli soll nun der Satzungsbeschluss für die Windräder bei Thum gefasst werden.

Der bedarf keiner erneuten Genehmigung durch die Bezirksregierung.“ Das sieht auch Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp nicht anders: „Die neue Regelung der Landesregierung gilt nicht für Altbestände.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert