Nideggen - Nideggen sucht Projektentwickler jetzt selbst

Nideggen sucht Projektentwickler jetzt selbst

Von: bugi
Letzte Aktualisierung:

Nideggen. Mit einem ungewöhnlichen Vorgang musste sich der Rat der Stadt Nideggen am Dienstag auseinandersetzen: Um die Löschwasserversorgung im Baugebiet „Auf dem Hilkenrath“ in Abenden sicherzustellen, muss die Stadt mindestens 30.000 Euro in die Hand nehmen.

Bei der Bearbeitung des Bauantrages für ein Einfamilienhaus war aufgefallen, dass im Ernstfall nicht ausreichend Löschwasser zur Verfügung steht und nachgebessert werden muss, sehr zur Verwunderung des Rates. „Ist da falsch geplant worden?“, wollte CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Fischer wissen. Und Norbert Klöcker von den Unabhängigen: „Es kann doch nicht sein, dass erst bei einem Bauantrag auffällt, dass ein Neubaugebiet nicht ausreichend mit Löschwasser versorgt werden kann und jetzt die Allgemeinheit für die Mehrkosten aufkommen muss.“

Ersteres ist aber offenbar so. Bürgermeisterin Margit Göckemeyer: „Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen wird diese Problematik nicht überprüft.“ Das will man künftig ändern. Im nichtöffentlichen Teil beschloss der Rat, zeitnah ein Gesamtkonzept für die Stadt zu erstellen, in dem die Frage der Löschwasserversorgung untersucht werden soll, damit derartige Probleme künftig verhindert werden können. Heftige Kritik an der Bezirksregierung entlud sich in der Sitzung bei der Diskussion zum geplanten Gewerbegebiet „Am Gut Kirschbaum“. Hier sucht die Stadt Projektentwickler und Investoren, die die Fläche vermarkten sollen.

Mit überregionalen Anzeigen wollte die Stadt ihr Grundstück vermarkten, um einen höchst möglichen Preis zu erzielen. Das ist allerdings zunächst mit Kosten verbunden und für die blieb die Freigabe der Bezirksregierung aus. „Man verweigert uns, Einnahmeverbesserungen zu erzielen. Das ist weltfremd“, ereiferte sich in der Sitzung SPD-Fraktionsvorsitzender Wolf-Dieter Keß und auch Grünen-Sprecherin Gudrun Zentis war sauer, dass man, „nur weil wir das Geld für die Werbekosten nicht haben, das Grundstück potenziell zu einem niedrigeren Preis“ verkaufen müsse. Die Stadt will nun versuchen, gezielt Projektentwickler selbst anzuschreiben, die bis Anfang April entsprechende Vorschläge für die Nutzung des Gebietes vorlegen sollen.

Mindestens 28.000 Euro könne die Stadt einsparen, wenn bei städtischen Liegenschaften verstärkt darauf geachtet würde, Energieverbräuche zu senken. Dieser Ansicht war die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schon Mitte letzten Jahres und hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, in dem als Zielvorgabe für 2013 eine generelle Senkung der Verbräuche um zehn Prozent vorgeschlagen worden war. „Unabhängig von der Frage, ob wir einen beschlossenen Sanierungsplan haben, müssen wir sparsam wirtschaften“, argumentierte Gudrun Zentis. Im Fachausschuss soll der Antrag nun beraten werden. Das Ziel: Kämmerer Marco Dederichs soll prüfen, ob die Vorgabe einer Einsparung von zehn Prozent für den Wirtschaftsplan in diesem Jahr realistisch und umsetzbar ist.

Das passende Beispiel hatte Zentis auch parat: Das Feuerwehrhaus in Schmidt, wo fast drei Mal so viel Strom verbraucht würde, als in Nideggen. Zentis: „Vielleicht gibt es da ja eine einfache Erklärung für – aber die ist man uns bisher schuldig geblieben.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert