Nideggen: Für 43 Stolpersteine gibt es Sponsoren

Von: bugi
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Nideggen. Die Zahl der so genannten Stolpersteine, die in Erinnerung an ehemalige jüdische Mitbürger in Nideggen verlegt werden sollen, hat sich deutlich erhöht. Knapp 80 Namen stehen auf der Liste, die Franz-Josef Brandenburg für die Stadt Nideggen zusammengestellt hat.

Namen von jüdischen Mitbürgern, die im Stadtgebiet gelebt haben und in der Zeit der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten entrechtet, verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Waren es Anfang November noch rund 20 Steine, für die sich entsprechende Sponsoren gefunden hatten, kann Brandenburg inzwischen 43 gesponserte Stolpersteine vermelden. Die sollen von der Stadt Nideggen noch im Januar bei dem Künstler Gunter Demnig geordert werden.

Wann Demnig die Steine dann verlegen wird, ist noch unklar. Die Stadt hofft aber auf einen Termin im Herbst 2015. Ziel ist es, dass für alle 78 Namen ein Sponsor für einen Stolperstein gefunden werden soll. Um im Vorfeld Unstimmigkeiten wie zuletzt in Vettweiß oder in Hellenthal zu vermeiden, hat es Anfang Dezember ein Treffen sowohl mit den Sponsoren, als auch mit den Eigentümern gegeben, vor deren Häusern die Steine verlegt werden sollen. Brandenburg: „Das war ein sehr fruchtbares Treffen. Wir haben in dem Zusammenhang auch über das Schicksal der jüdischen Bürger informiert. Mich freut, dass es von Seiten der Hausbesitzer keine Widersprüche gab.“

Erinnerung an Günter Kratz

Einer der Stolpersteine wird auch an Günter Kratz erinnern, der als 15-Jähriger an Heiligabend 1936 seine Heimatstadt Nideggen verließ und später für den französischen Widerstand arbeitete. Im Jahr 1958 kam er in den Kreis Düren zurück.

Die Familie von Kratz hatte über 100 Jahre in Nideggen gelebt. Die Eltern von Günter Kratz, seine Großmutter und die bei seiner Flucht zwölfjährige Schwester wurden Anfang der 1940er deportiert und ermordet, berichtet Brandenburg, der Gunter Kratz vor seinem Tod Anfang Dezember 1994 noch persönlich kennengelernt hat.

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