Düren - Nicht Theorie, sondern Praxis auf dem Programm

Nicht Theorie, sondern Praxis auf dem Programm

Von: Stephan Johnen
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Ausbildungsstelle Sozialwerk: Natalie Schrüfer (links) und Nicole Behnitz arbeiten in der Blumenwerkstatt des gemeinnützigen Vereins. Foto: Johnen

Düren. Arbeitslosigkeit war in der Republik des Wirtschaftswunders in der öffentlichen Meinung kein Schicksalsschlag, Arbeitslosigkeit war ein persönlicher Makel. „Anfang der 80er Jahre galt besonders Jugendarbeitslosigkeit als Skandal”, erinnert sich Günter Kirschbaum, Geschäftsführer des Sozialwerks Dürener Christen.

Als nach er zweiten Ölkrise die Zahl der Menschen ohne Arbeit von knapp 900.000 auf 2,3 Millionen stieg, es in der Wirtschaft kriselte, und besonders die sogenannten Einfacharbeitsplätze wegfielen, blieben vor allem die jungen Menschen auf der Strecke, die - vorsichtig formuliert - nicht ideale Startvoraussetzungen mitbrachten.

In dieser Zeit sah sich auch Kirche in der Verantwortung, denen zur Seite zu stehen, die beim Übergang von der Schule in den Beruf ohne Unterstützung gescheitert wären. Es war die Zeit, in der 1985 das Sozialwerk gegründet wurde.

160 Mitarbeiter

Mitarbeiter der ersten Stunde ist Günter Kirschbaum. Eigentlich war der ausgebildete Lehrer schon da, als es das Sozialwerk noch gar nicht gab. 1984 wurde er in der Pfarre St. Marien damit betraut, eine Kontaktstelle für arbeitslose Jugendliche zu etablieren. Es war eine ABM-Stelle, die zur Vollzeitaufgabe werden sollte. Ein Jahr später stellten die Pfarren St. Marien, St. Anna und St. Peter Julian die Arbeit mit Gündung des Sozialwerks auf eine breitere Basis, eine weitere Mitarbeiterin wurde eingestellt.

Heute arbeiten für das Sozialwerk 160 Menschen. Etwa 200 Jugendliche werden dort ausgebildet für eine Ausbildung qualifiziert, oder schnuppern in den Berufsalltag hinein. Das Sozialwerk betreibt unter anderem auch einen ambulanten Pflegedienst, bietet betreutes Wohnen an. An mehreren Standorten im Stadtgebiet unterhält der gemeinnützige Verein Werkstätten, Ausbildungsstätten und Einrichtungen. „Wenn wir mit Besuchern die Standorte abfahren, sind viele Menschen ganz baff, was wir alles machen”, sagt Günter Kirschbaum. Anlässlich des 25. Geburtstags bietet das Sozialwerk daher Interessierten eine Rundreise an, bei der die Arbeit eklärt werden soll.

Zentrale Aufgabe des Vereins ist es aber stets geblieben, jungen Menschen das Tor zur Berufswelt zu öffnen, ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Die Eröffnung der Jugendwerkstatt 1988 sei eine Art Versuchsballon gewesen, sagt Kirschbaum. Es gab kein wohlfeiles Konzept. Jugendliche, die sich womöglich selbst bereits aufgegeben hatten, lernten dort, dass man mit den Händen produktiv sein kann.

Nicht Theorie, sondern Praxis stand auf dem Programm. Später kam pädagogische Betreuung hinzu, Stützunterricht. Die Bemühungen zeigten Früchte, bilanziert Kirschbaum, das Sozialwerk legte Programme auf, bei denen Jugendliche in einem weiteren Schritt für die Ausbildung in einem Betrieb qualifiziert wurden. Und seit 2003 wird in den Werkstätten des Vereins ausgebildet. „Wer bei uns eine Ausbildung abgeschlossen hat, hat einen ganz anderen Stand im Leben”, sagt Kirschbaum. 90 Prozent würden es packen. Mit guten Erfolgen, auch bei der Vermittlung.

Das Veranstaltungsprogramm zum Geburtstag

„25 Jahre Sozialwerk Dürener Christen” ist die Festveranstaltung am Samstag, 30. Oktober, um 10 Uhr in der Marienkirche überschrieben. Der Festgottesdienst wird am Sonntag, 31. Oktober, 11 Uhr, in St. Marien gefeiert.

Damit Bürger die Arbeit des Sozialwerks kennenlernen können, gibt es zwei „Rundreisen” zu den einzelnen Standorten. Die erste startet am Samstag, 6. November, 9 bis 12 Uhr. Eine weitere ist für Mittwoch, 10. November, 13 bis 16 Uhr, geplant. Anmeldung unter 02421/28230 oder E-Mail an willkommen@sozialwerk-dueren.de.

Eine Diskussion mit den drei Dürener Bundestagsabgeordneten wird derzeit noch geplant.

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