Nicht einfach nur mitschwimmen

Von: Stephan Johnen
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Lehramtsstudentin Aycan Günesdogan (Mitte) betreut eine Schülergruppe an der Katholischen Grundschule Birkesdorf. Foto: Stephan Johnen
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Sie wollen Grundschulkinder mit Entwicklungspotenzial fördern: Professor Dr. Doğan Kesdoğan, Sally Backwinkel, Josef Lemoine, Tilmann Müller und Saffet Akkas (von links). Foto: Stephan Johnen

Birkesdorf. Es gibt viele helle Köpfe, die beizeiten etwas im Schatten stehen. Der neue Verein „Vorschub für Bildungschancen Düren“ (kurz: Vorbild) möchte genau bei diesen Schülern ansetzen und ihre schulische Entwicklung ab der dritten Klasse bis zum Wechsel auf eine weiterführende Schule ehrenamtlich fördern.

Es geht dabei weder um Eliten- noch um Breitenförderung. „Viele Kinder schwimmen völlig normal mit, sie sind nicht groß auffällig. Aber sie könnten weitaus größere Erfolge erzielen und ein Gymnasium besuchen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Professor Dr. Doan Kesdoan.

Seit dem vergangenen Jahr läuft ein Pilotprojekt an der Katholischen Grundschule in Birkesdorf, jeden Tag werden aktuell sieben Jungs und Mädchen am Nachmittag eine Stunde lang in zwei kleinen Gruppen gefördert. Vorgeschlagen wurden die Kinder von ihren Lehrern, im Vorfeld wird stets nach den Stärken und Schwächen geschaut und ein passgenauer Förderplan erstellt. Auswirkungen auf die schulischen Leistungen kann auch das persönliche Lebensumfeld der Kinder haben, auch das haben die Tutoren im Blick.

„Es gibt viele Kinder mit Migrationshintergrund, die Unterstützung brauchen, aber auch solche, die in ihren Familien keine Förderung erhalten, trotzdem aber viel Potenzial haben. Und diese Potenziale wollen wir unterstützen“, erklärt Vorstandsmitglied Josef Lemoine, der bis zu seiner Pensionierung Schulamtsdirektor war.

Einige Kinder bauchen am Nachmittag Unterstützung bei den Hausaufgaben, anderen fehlt einfach eine Struktur, was beispielsweise daran sichtbar wird, dass der Ranzen nicht ordentlich gepackt ist oder Hausaufgabenhefte immer verloren gehen. „Wir arbeiten mit den Kindern daran, dass die Basis stimmt“, sagt Lehramtsstudentin Aycan Günesdogan, die eine Schülergruppe betreut. Im wahrsten Sinne des Wortes sollen die Tutoren dabei Vorbilder sein. Die Kinder sollen ihrerseits ebenfalls zu Vorbildern für andere werden. Sie sollen Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gewinnen und sich neuen Herausforderungen stellen.

Die Lehrer der Schule und der Verein sprechen sich regelmäßig ab, um weitere Förderschritte zu planen und abzustimmen. Schulleiter Norbert Lotter nimmt die Unterstützung von außen gerne an. „Wir haben schon viele Fördermaßnahmen. Aber das Angebot des Vereins geht über den normalen Regelunterricht hinaus“, sagt er. Die Erfahrungen seien positiv, auch die Eltern würden mitziehen.

Der Verein kann sich gut vorstellen, weitere Gruppen zu betreuen. Eine Möglichkeit wäre es auch, die Kinder alle zwei Tage zu fördern und damit mehr Kindern eine Teilnahme zu ermöglichen. Weitere Angebote sollen jedoch in aller Ruhe entwickelt werden. „Wir wollen keine Luftschlösser bauen“, betont Josef Lemoine. Die Betreuung koste etwa 5000 Euro pro Gruppe und Schuljahr. Ziel sei es, für die Kinder „etwas Stabiles“ aufzubauen. Der Grundstein ist gelegt.

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