NGG kritisiert „Mini-Job-Schwemme” in der Gastronomie

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Kreis Düren. Von einer „Mini-Job-Schwemme in der Gastronomie” spricht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): Aus Sicht der NGG setzen immer mehr Hotels, Gaststätten und Restaurants im Kreis Düren auf Teilzeitkräfte und 400-Euro-Jobber.

„Auch die Teilzeitarbeit hat drastisch zugenommen: Von der Köchin bis zum Kellner hatten mehr als 360 Menschen im Kreis Düren im vergangenen Jahr lediglich einen Teilzeitjob. Das sind gut 31 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten”, kritisiert die NGG weiter. Gegenüber 2001 sei dies ein Plus von acht Prozent. Die Zahl der Teilzeit- und Mini-Jobs sei damit deutlich stärker gestiegen als der Jobzuwachs der Branche insgesamt.

„Die Gastro-Branche setzt bewusst auf Patchwork-Belegschaften mit Mini-Verträgen”, sagt Peter Mogga von der NGG. „Die Arbeitgeber sparen damit Sozialabgaben. Es fällt ihnen auch leichter, den Tariflohn zu unterlaufen”, prangert Mogga an. „Und Mini-Jobbern werden häufig tarifliche Leistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, tariflicher Urlaub sowie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, die ihnen eigentlich zustehen, vorenthalten”, sagt der NGG-Geschäftsführer.

Spätestens dann, wenn es um die Rente gehe, würden Teilzeit- und Mini-Jobs für einen Großteil der Beschäftigten zum Bumerang: Geringe Rentenansprüche und damit Altersarmut seien programmiert. „Hier hilft nur ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro”, fordert Mogga. Der Trend, den Beschäftigten im Kreis kleine und oft auch befristete Arbeitsverträge zu geben, werfe „ein schlechtes Licht auf die Branche”.

„Mit diesen Arbeitsbedingungen wird es keinem Hoteldirektor und keiner Restaurantchefin gelingen, einen Betrieb auf Dauer erfolgreich zu führen.”
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