Neujahrsempfänge unter dem Eindruck von Istanbul und Silvester

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Bürgermeister Paul Larue begrüßte am Dienstagabend über 400 Gäste auf Schloss Burgau zum Neujahrsempfang der Vereine. Foto: Abels

Düren. Die Bewältigung der Flüchtlingskrise war das bestimmende Thema in Düren im vergangenen Jahr und wird es auch 2016 bleiben. Daran ließ Bürgermeister Paul Larue (CDU) beim traditionellen Neujahrsempfang vor rund 200 geladenen Behördenvertretern am Mittwochnachmittag im Rathaus-Foyer keinen Zweifel.

Er dankte den vielen Dürenern, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, kündigte an, dass die Stadt an der dezentralen und menschenwürdigen Unterbringung der Asylbewerber festhalten werde, und sprach den noch ausstehenden Kraftakt der Integration der vielen Hundert Neubürger an.

Mit Blick auf die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln und in anderen deutschen Städten machte Larue unmissverständlich deutlich: „Willkommen sind uns alle, die auf dem Boden des Grundgesetzes bereit sind, bei uns zu leben.“ Und er untermauerte dies mit einem Zitat des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann: „Unser Grundgesetz ist ein großes Angebot“.

Larue rief nach den jüngsten Ereignissen zu mehr Aufmerksamkeit und Wachsamkeit auf, warnte aber vor Hysterie und Ängstlichkeit: „Wir dürfen uns unseren Lebensstil nicht verbieten lassen.“

Was das neue Jahr sonst noch bringen wird, riss der Bürgermeister nur kurz an: den Beginn der Masterplan-Umsetzung mit der Umgestaltung der unteren Köln-straße und den Umbau des Papiermuseums zu einem „Leuchtturmprojekt, das weit über die Region hinaus strahlen wird“.

Larue sprach sich für den Erhalt der Lendersdorfer Rurtalhalle aus, für einen Ankauf des Stadtmuseums und für die Übernahme eines Teils der dortigen Betriebskosten. Langfristig könne die Stadtgeschichte nicht ehrenamtlich aufgearbeitet werden.

Unter dem Eindruck des schrecklichen Terroranschlags in Istanbul hatte Larue bereits am Dienstagabend den Neujahrsempfang der Vereine mit einer Schweigeminute begonnen. Vor gut 400 Gästen im Winkelsaal von Schloss Burgau stellte er dabei die bunte Dürener Gesellschaft und das friedliche Zusammenleben von Menschen aus 122 Nationen in Düren in den Mittelpunkt. „Dieses Miteinander werden wir uns nicht nehmen lassen“, betonte Larue und erntete langanhaltenden Applaus.

Als Präsent für die Vereinsvertreter hatte Larue diesmal eine sogenannte „Power-Bank“ mitgebracht, einen kleinen Energiespeicher für Mobiltelefone, Smartphones und Tabletcomputer, der in jede Jackentasche passt. Larue wäre nicht Larue, wenn er nicht auch in diesem Präsent ein Symbol gesehen hätte. Er dankte den Ehrenamtlern, die viel Energie und Engagement – und damit Power – in die Vereinsarbeit investieren und die Stadt damit lebenswert machen. „Die Vereine sind damit eine Bank für das Zusammenleben in unserer Stadt.“

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