Düren - Neues Quartier soll für Frequenz zwischen Bahnhof und City sorgen

Neues Quartier soll für Frequenz zwischen Bahnhof und City sorgen

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Dort soll auch das Bahngebäude einer neuen Bebauung weichen.
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Ein erster Entwurf, wie sich der Fritz-Keller-Weg künftig präsentieren könnte.
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Die Schregel-Passage könnte wiederbelebt werden.
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Aufgewertet würde auch der Bereich hinter Dürens Posthotel.
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Wenig einladend: Das Quartier am Fritz-Keller-Weg soll neu geplant werden und einen direkten Weg vom südlichen Ausgang des Bahnhofs über die Josef-Schregel-Straße in die Stadt ermöglichen.

Düren. Wenn Stadtplaner an die Arbeit gehen, machen sie sich Gedanken, wie eine öffentliche Fläche neu gestaltet werden kann, wie man ihre Nutzung verändern oder verbessern kann, welche positiven Auswirkungen dies für das gesamte Stadtbild hat. Gleich ein ganzes Wohnquartier neu zu gestalten, ist hingegen die Ausnahme.

Dieser Glücksfall soll nun im Rahmen des Masterplans im Bereich zwischen Lagerstraße und Josef-Schregel-Straße im Fritz-Keller-Weg im südlichen Bahnhofsbereich realisiert werden. Und so ganz nebenbei würde dabei noch ein Problem gelöst werden, an dem Politiker seit Jahrzehnten gescheitert sind.

Geänderte Laufwege

„Die Idee ist, eine Verbindung vom südlichen Bahnhofsausgang in Richtung Stadtmitte zu schaffen“, erläutert Dr. Harald Heinz, für die Realisierung des Masterplans zuständig. Führen soll diese Verbindung über die Josef-Schregel-Straße.

Mit den neuen Bahnhofsausgängen, so die Erkenntnis, haben sich nicht nur die Laufwege verändert: Gerade die Josef-Schregel-Straße, früher durchaus eine 1A-Lage, ist ins Abseits geraten, fristet inzwischen eher ein Randlagen-Dasein. „Wir wollen die Frequenz von früher zurückholen“, sagt Marcus Steffens vom Amt für Stadtentwicklung.

Einigung mit der Bahn

Steffens weiß, dass das ehrgeizige Projekt, im Fritz-Keller-Weg ein neues Quartier zu schaffen, nicht in ein bis zwei Jahren umzusetzen ist. Die größte Hürde hierbei sind die überaus komplizierten Eigentumsverhältnisse. Ein Großteil des Geländes gehört der Deutschen Bahn.

Steffens: „Mit denen sind wir uns grundsätzlich einig, weil die Bahn die Flächen nicht mehr benötigt.“ Mit im Grundstückspaket befindet sich dabei auch das seit Jahrzehnten nicht mehr genutzte Haus unmittelbar an der Bahnbrücke an der Josef-Schregel-Straße, in dem früher das „Komm“-Zentrum untergebracht war.

„Bisherige Bemühungen der Stadt, dieses Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen, sind auch immer daran gescheitert, dass man nur dieses Gebäude erwerben wollte. Jetzt verhandeln wir über ein Gesamtpaket“, erklärt Steffens, warum er zuversichtlich ist, dass es zügig zur Übernahme der Grundstücke kommen kann.

Schwieriger wird es im Fritz-Keller-Weg selbst. Schon der Weg befindet sich nicht im städtischen Besitz. Mehr als 30 Eigentümer teilen sich die Rechte, viele von ihnen sind gar nicht mehr auffindbar. „Wir müssen Grundstücke teils mit Gebäuden erwerben, die dann wieder anderen Personen gehören. Es gibt auch den Fall, wo bei einem Grundstück schon in den 1920er Jahren eine Firmenliquidation daran gescheitert ist, dass Grundstücksbesitzer damals nicht mehr ausfindig gemacht werden konnten“, erzählt Marcus Steffens.

In solchen Fällen müssen vom Gericht Ersatzbevollmächtigte bestellt werden – ein sehr aufwändiges Verfahren, das aber nach langer Arbeit nahezu abgeschlossen ist. Stadtplaner Harald Heinz: „Nur in drei von 30 Fällen herrscht noch Unklarheit über die Eigentumsverhältnisse.“ Wie sich das Quartier künftig präsentieren soll, ist im Masterplan schon etwas genauer beschrieben.

Der Fritz-Keller-Weg soll in einer Schleife auf die Bücklerstraße treffen, so dass man dann vom Südeingang des Bahnhofs über einen mit Bäumen eingefassten Weg auf die Josef-Schregel-Straße geführt wird; die soll ebenfalls neu gestaltet werden. Möglich würde dann in diesem neu geschaffenen Quartier auch eine Wohnbebauung – zum Beispiel im gesamten Areal entlang der Bahn.

„Wir haben einen ersten Entwurf entwickelt, wie es aussehen könnte“, sagt Stadtplaner Harald Heinz, der parallel dazu auch eine Wohnbebauung im Langemarkpark vorschlägt, um diesen Stadtbereich insgesamt aufzuwerten. Eine Entscheidung, wer was wie genau entwickelt, steht noch aus.

Marcus Steffens: „Die Bebauung des Langemarkparks beispielsweise wird von der Politik noch diskutiert. Die Entwicklung des Geländes an der Bahn muss auch nicht die Stadt übernehmen, sondern könnte durch einen Investor erfolgen. Das Interesse an dieser Lage ist jedenfalls sehr gut.“

Wie ernst es der Stadt mit der Umsetzung ist, zeigt der erste Ankauf von Grundstücken. „Wir stehen im engen Austausch mit den Eigentümern und haben auch einen Plan B, falls wir ein Grundstück nicht bekommen sollten“, sagt Steffens. Drei bis fünf Jahre werde es benötigen, schätzen Steffens und Heinz, bis die Entwicklung dieses neuen Quartiers umgesetzt werden könnte.

Der Startschuss soll aber schon im kommenden Jahr erfolgen. „Der Bau der Straße soll zeitnah in 2018 beginnen. Die wichtigsten Grundstücke dafür haben wir“, erklärt Stadtplaner Harald Heinz.

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