Neues Projekt hilft Bauern im Andenstaat Peru

Von: Bruno Elberfeld
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Zu den Besuchern aus Düren in Peru gehörten Pfarrer i.R. Wolfgang Hindrichs, Anne Hindrichs, Hille Richers, Gemeindeentwicklung und Fundraising, sowie Pfarrer Stephan Schmidtlein (v.l.) Foto: Bruno Elberfeld

Düren/Pancarhuaylla. Selbst nach über zwei Monaten in heimatlichen Gefilden stiehlt sich bei den Frauen und Männern immer noch ein Strahlen in die Augen, wenn sie von ihrer zweieinhalbwöchigen Reise nach Peru erzählen.

Pfarrer i.R. Wolfgang Hindrichs, seine Frau Anne, Pfarrer Stephan Schmidtlein und Hille Richers, in der Evangelischen Gemeinde zu Düren für Gemeindeentwicklung und Fundraising verantwortlich, haben im November vergangenen Jahres fünf Projekte in dem südamerikanischen Land besucht, die seit über 30 Jahren von der Evangelischen Gemeinde zu Düren unterstützt werden.

Große Fortschritte, das berichtete Wolfgang Hindrichs, sind bei allen Projekten festzustellen: Die Berufsschule für ehemalige Straßenkinder in Huancayo, das Bildungsförderungsprojekt in Juliaca und die landwirtschaftlichen Projekte in Mollepata und Pancarhuaylla seien allesamt große Erfolge.

Pilotprojekt

Der Schwerpunkt des Besuchs im November lag auf einem landwirtschaftlichen Pilotprojekt in Pancarhuaylla. Dieses Dorf leidet wie viele seiner Nachbardörfer unter der Landflucht. Menschen, besonders Jüngere, ziehen in die Städte und gehen dort in den Slums unter.

„Hier haben wir zunächst im kleinen Rahmen ein Betätigungsfeld gefunden“, erzählte Pfarrer Stephan Schmidtlein, „mit dem wir diese Landflucht vermindern können.“ Die Gründe für die Landflucht sind augenscheinlich. Den Menschen, Bäuerinnen und Bauern, fehlt es an Perspektive. Die Höfe liegen auf Höhen bis zu 4000 Metern. Die einheimischen Kühe produzieren maximal zwei Liter Milch am Tag. Mittlerweile sind jedoch Kühe gezüchtet worden, die selbst in dünner Luft täglich bis zu 20 Liter Milch geben. Ivan und seine Frau Yuli aus Pancarhuaylla sind wagemutig in das „Milchkuh-Projekt“ eingestiegen. Zunächst sind es zwei Kühe, in den beiden folgenden Jahren soll der Bestand an Milchvieh auf sechs Kühe anwachsen.

Ivan und Yuli verarbeiten einen Teil der Milch zu Joghurt, der größte Teil wird von einem Milchwagen zur nächsten Molkerei gebracht und dort verarbeitet. Mit 250 Euro und mehr wird die Familie schon bald ein gutes Leben führen können. Weitere junge Campesinos haben ihr Interesse an dem Projekt bekundet. Alfalfa, eine immergrüne Pflanze, und Gras werden gesät, so dass auch in der Trockenzeit für ausreichend Nahrung der Tiere gesorgt ist. „Der Unterschied unserer Projekte in Peru zu vielen ähnlichen Hilfsprojekten“, erläuterte Schmidtlein, „ist unser persönlicher Kontakt vor Ort.“

Die Besucher aus Düren nehmen am Leben der Menschen teil, essen ihr Brot, trinken ihre Getränke. Gemeinsam mit den Bauern wird – jetzt schon in der zweiten Generation – nach der besten Lösung von Problemen gesucht.

Urvertrauen ist entstanden

Wolfgang Hindrichs erinnert an seine ersten Besuche in Peru vor über drei Jahrzehnten. Aus der anfänglichen Zurückhaltung, sagt Hindrichs, sei auf beiden Seiten ein Urvertrauen entstanden. Durch ein erstarkendes Bildungssystem, das auch von der Evangelischen Gemeinde gefördert wird, verhandeln mittlerweile die peruanischen Bauern und die Teilnehmer der Dürener Delegation auf Augenhöhe.

Die Bauern, die in den nächsten Jahren sechs und mehr Kühe in ihren Stallungen stehen haben sollen, werden ihren Kindern dann nicht nur eine Schul-, sondern auch eine Hochschulbildung finanzieren können. Doch in allzu romantische Gefühle angesichts der Andenwelt Perus dürfe man nicht verfallen, sagte Hille Richers, denn das Leben der Bauern bleibe auf jeden Fall von schwerer Arbeit geprägt. Manchmal würde es auch durch Missernten aus dem Gleichklang gebracht.

Für Donnerstag, 25. Februar, lädt die Evangelische Gemeinde zu Düren in den Vortragsraum neben der Christuskirche zu einem „Peru-Abend“ ein. Um 19 Uhr werden die Peru-Reisenden in Wort und Bild über das alte Inka-Land und den Stand der einzelnen Projekte berichten.

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