Neues Lichtkonzept: Es werde Licht, um das Schöne zu betonen

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
15111765.jpg
Richard Müllejans (links) vom DSB und Stadtplaner Dr. Harald Heinz setzen auf ein neues Lichtkonzept für die Stadt Düren, um die Identität der Stadt zu akzentuieren und Angsträume zu beseitigen. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Ältere Semester werden sich erinnern: Wer in den 1970er Jahren Musik im Fernsehen sehen wollte, der schaute „Disco“ mit Ilja Richter. Spannend wurde es immer dann, wenn der Moderator den legendären Satz „Licht aus. Spot an!“ sprach. Stadtplaner Dr. Harald Heinz, in Düren für die Umsetzung des Masterplans verantwortlich, ist ebenfalls in einer Art Moderatorenrolle und auch bei ihm geht es um Licht und Spots.

Heinz hat in Zusammenarbeit unter anderem mit Richard Müllejans vom Dürener Service-Betrieb ein Lichtkonzept für die Stadt entwickelt, das ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden soll. Seine Erkenntnis ähnelt der von Ilja Richter und lautet: „Wer Licht erfahren will, muss zunächst Dunkelheit haben.“ Mit dem Lichtkonzept verfolgt die Stadt zwei Ziele: So soll einerseits die Identität der Stadt in Szene gesetzt werden, andererseits will man sogenannte Angsträume entschärfen und zur Sicherheit im öffentlichen Raum beitragen.

„In Düren sind beispielsweise mehr Reste der alten Stadtmauer erlebbar als in Aachen. Die sollte man auch des Nachts erkennen können“, erklärt der Stadtplaner zum Thema Identität der Stadt. Ein weiteres Beispiel: das Rathaus aus den 1950er Jahren. Bereits zur Veranstaltung „Düren leuchtet“ im vergangenen Jahr hat man das Gebäude illuminiert und dabei auch mit Farben experimentiert. Durchgesetzt hat sich eher eine dezente Beleuchtung.

So soll das Rathaus nicht etwa angestrahlt werden, sondern quasi von innen heraus erstrahlen – der Treppenturm in Blau, das Gebäude selbst, indem die Fenster illuminiert werden. Richard Müllejans: „Es war gar nicht so einfach, hier den richtigen Farbton zu treffen. Stadtplaner Dr. Heinz setzt mehr auf ein dezentes, reines Licht, ich habe mich eher für mehr Farbe ausgesprochen.“ Einig ist man sich aber auf jeden Fall, den Einsatz von Farbakzenten nicht zu übertreiben. Heinz: „Wir wollen keinen Zirkus und werden uns deswegen auf besondere Punkte beschränken.“

Gesetzt ist auf jeden Fall der blaue Farbton. „Erkennbarkeit der naturräumlichen Lage der Stadt (Wasser)“ heißt es etwas verquast dazu im Lichtkonzept. Das zieht sich wie ein blauer Faden durch den Masterplan. Auch Richard Müllejans will das künftig stärker betonen. So sollen beispielsweise alle Brücken über die Rur in einem blauen Licht erstrahlen, ähnlich dezent wie jetzt schon an der „blauen Brücke“ in der Schoellerstraße.

Erlebbar werden soll zudem der ehemalige Wallring: In diesem Innenstadtbereich soll durchgängig die noch von Peill & Putzler entwickelte Dürener Leuchte als Straßenlampe eingesetzt werden, die der DSB inzwischen komplett auf LED-Licht umgestellt hat, das nach unten strahlt. Das trägt auch dem Umstand Rechnung, dass die Planer bemüht sind, ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Richard Müllejans: „Gerade im Bereich von Wasser müssen wir mit dem Einsatz von Licht sehr vorsichtig sein. Bei zu viel Licht kommen Insektenlarven nicht mehr an die Wasseroberfläche, was Auswirkungen auf andere Tierarten hätte, für die die Larven als Futterquelle dienen. Wasserflächen sind zudem auch immer Fledermausjagdreviere.“

Starten will man bei der Umsetzung aber mit der Beseitigung eines sogenannten Angstraumes. Auch hier hilft eine ganz simple Erkenntnis: „Blendung führt immer dazu, dass einem etwas dunkler vorkommt, als es tatsächlich ist“, erklärt Harald Heinz. Das will man sich bei der Unterführung zwischen Stadtcenter und dem Haus der Stadt zunutze machen.

Statt den Tunnel in der Dunkelheit taghell zu erleuchten, will man die Decke anstrahlen und Spots, die punktuell den Boden ausleuchten, einsetzen. Zusätzlich soll der Tunnel auf beiden Seiten mit einer Pergola verlängert werden. Ähnlich will man bei den beiden Eisenbahnbrücken auf der Josef-Schregel-Straße vorgehen. Licht, sagt Harald Heinz, habe nämlich noch eine weitere Eigenschaft: „Man kann durch Licht das Schöne betonen und Hässliches in den Hintergrund bringen.“ Im Frühjahr 2018 soll es für diese beiden Maßnahmen grünes Licht geben – insgesamt stehen für alle Projekte 700.000 Euro zur Verfügung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert