Neues Buch: Aus der Geschichte von Sievernich

Von: Jörg Abels
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Jochen Hils hat ein rund 150 Seiten starkes Buch zu Geschichte des Ortes Sievernich zusammengestellt. Foto: Abels

Sievernich. Wenn Jochen Hils über die Geschichte seines Heimatortes erzählt, kommen immer wieder interessante Details ans Tageslicht. Im Mittelalter durchquerten nahezu alle deutschen Könige Sievernich auf dem Weg von der Wahl in Frankfurt zur Krönung in Aachen.

Wie so viele Orte lag das heute gut 400 Einwohner zählende Dorf an der Aachen Frankfurter Heerstraße, die auch Krönungsstraße genannt wurde und quer durch den Kreis Düren verlief. Und im Frühjahr 1945 waren es die gleichen US-Soldaten, die Tage später die legendäre Brücke von Remagen einnahmen, die in der Nacht auf den 1. März auch Sievernich befreiten.

Dies sind nur zwei Kapitel einer bewegten Geschichte, die Jochen Hils nach jahrelanger Recherche nun in einem Buch dokumentiert hat. „Aus der Geschichte von Sievernich“ erhebt dabei beileibe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist vielmehr eine Sammlung des verstreuten Geschichtsmaterials über Sievernich, das Hils in den vergangenen Jahren zu ordnen versucht hat. „Immer soweit der Stoff erreichbar war“, betont der 65-Jährige, der auf der Suche nach Originaldokumenten nicht nur in Stadt- und Kreisarchiven fündig wurde, sondern auch im Historischen Archiv der Stadt Köln vor dessen Einsturz und im Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf.

Auf gut 150 Seiten geht Hils auf die erste schriftliche Erwähnung von Sievernich im Prümer Urbar von 893 ein, aber auch auf die archäologischen Bodenfunde der 1950er Jahre, die auf eine ackerbautreibende Siedlung der späten Eisenzeit (900 bis 400 v. Chr.) schließen lassen.

Einen Großteil des reichlich bebilderten Buches nimmt die Kapellen- und Kirchengeschichte in all ihren Facetten ein, aber auch die mindestens bis ins frühe 14. Jahrhundert zurückreichende Geschichte der Burg Sievernich kommt nicht zu kurz.

Hils erklärt die Entstehung des Ortswappens, berichtet vom Streit des Sievernicher Neffelbachmüllers mit dem Bachschultheiß von Kerpen im 17. Jahrhundert und geht auf die Geschichte der Elementarschule von 1755 bis 1973 ein. Er listet die Lehrer, Pfarrer und politisch Verantwortlichen auf und rundet Band 1 seiner Geschichtssammlung mit einer Zeittafel ab. „Ich habe noch so viel Material, dass ich bereits an einem zweiten Band arbeite“, betont der Hobbyhistoriker.

Käuflich erhältlich ist der erste Band nicht. Wer Interesse hat, kann sich das Buch in Kürze im Stadt- und Kreisarchiv in Düren ansehen, kündigt Jochen Hils an, der Archivar Helmut Krebs ausdrücklich für seine fachliche Unterstützung dankt. Er selbst setzt seine Suche nach Dokumenten und historischen Fotos fort und würde sich freuen, vielleicht noch den einen oder anderen Hinweis zu bekommen.

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