Kreuzau/Stockheim - Neues Bauland entlang der „Alten Gasse”

Neues Bauland entlang der „Alten Gasse”

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Zivilisten durften das Gelände des ehemaligen Militärdepots zwischen Kreuzau und Stockheim lange Zeit nicht betreten. Bald soll hier eine Wohnanlage entstehen. Foto: Sistemich

Kreuzau/Stockheim. Eigentlich hatten die Meteorologen für den Montagmorgen Regen und Schnee gemeldet. Doch die 60 Frauen und Männer, die vom Kreuzauer Rathaus nach Stockheim wanderten, kamen zumindest trockenen Hauptes in der Gaststätte „Zur Post” an.

Aber während ihres rund vier Kilometer langen Fußmarsches machten sie auf einem Stück des Weges Erfahrungen, die Generationen von Kreuzauern und Stockheimer nahezu täglich widerfuhr: Die „Alte Gasse”, der Waldweg zwischen den beiden Orten, erwies sich nach den Schnee- und Regenfällen der vergangenen Tage zumindest im ersten Teil als eine Matsch- und Schlammwüste. Das Schuhwerk musste schon robust sein, um die Wanderer auch trockenen Fußes durch den Wald zu bringen.

Die Gemeinde Kreuzau hatte zu ihrer traditionellen Waldbegehung geladen. In diesem Jahr führte der Fußmarsch durch ein Gebiet, das jahrzehntelang nur wenige Zivilisten betreten durften: durch das Gelände des ehemaligen belgischen Militärdepots zwischen Kreuzau und Stockheim. Seit einigen Jahren gehört es dem Bauunternehmen Strabag, in wenigen Wochen soll auch wieder Otto Normalbürger auf den Wegen und Pfaden gehen dürfen.

Eigentlich sollten mit der offiziellen Waldbegehung die seit den frühen 50er Jahren gesperrten Wege wieder geöffnet werden. Doch die Witterung, so Bürgermeister Walter Ramm und sein Allgemeiner Vertreter Walter Stolz zu den Wanderfreunden, machten der Strabag einen Strich durch die Rechnung: So konnten nicht alle der über 180 kleinen ehemaligen asbestverseuchten Munitionsdepots, die versteckt und verstreut unter den Baumwipfeln auf dem rund 100.000 Quadratmeter großen Gelände standen, bis Jahresende entsorgt werden.

Und so lange sie noch stehen, darf das Gelände nicht geöffnet werden. Ende Januar soll es so weit sein, dass zumindest Fußgänger wieder durch die „Alte Gasse” dürfen. „Und etwas später im Frühjahr werden wir den Waldweg so befestigen, dass auch Radfahrer und Familien mit Kinderwagen den Weg nutzen können”, kündigte Walter Ramm an.

Zwei weitere Jahre werden aber noch ins Land gehen, ehe die Strabag statt Abrissarbeiten Hochbauarbeiten durchführen lassen kann. Denn auf rund 30.000 Quadratmetern wird ein neues Wohngebiet entstehen. Unweit von den inzwischen abgerissenen Mannschaftsunterkünften der Belgier, in denen die Kommune jahrelang Asylbewerber unterbrachte, entsteht ein neuer Teil von Stockheim, getrennt vom Ort durch die frühere Panzerstraße von Düren in die Drover Heide.
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