Neueröffnung im Tante-Emma-Laden

Von: Stephan Johnen
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Herzlich willkommen: Sechs Helfer des Vettweißer Tisches bedienten am ersten Öffnungstag die Kunden im neuen Ladenlokal. Foto: Stephan Johnen

Vettweiß. „Wenn es soweit ist, mache ich mit.” Vor einem Jahr hat Einzelhändler im Ruhestand Hans-Willi Dortu Ortsvorsteher Franz Erasmi dieses Versprechen gegeben. Am Dienstag war es soweit, öffnete das Ladenlokal des Vettweißer Tisches an der Gereonstraße zum ersten Mal seine Tür für die Kunden.

Tatkräftig dabei, mit roter Samtfliege zur rot-weißen Schürze stimmig gekleidet: Hans-Willi Dortu.

Er hat sein Versprechen gehalten.

Qualitativ einwandfrei

50 Jahre lang betrieben Dortu und seine Familie eine kleine Lebensmittelhandlung im Ort, vor neun Jahren schloss die Familie das Geschäft. Nun ist der Laden wieder geöffnet, wird vom jüngst gegründeten Vettweißer Tisch betrieben. Immer dienstags verkaufen ehrenamtliche Helfer dort für die eher symbolische Summe von einem Euro überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel an bedürftige Menschen aus der Gemeinde.

55 Berechtigungskarten für Haushalte mit insgesamt 133 Personen hat das Gemeindesozialamt bereits ausgestellt, Tendenz steigend. Berechtigt sind Empfänger von Arbeitslosengeld 2, Grundsicherung, Wohngeld, Obdachlose, Überschuldete und Menschen in Notlagen. Verteilt werden die Lebensmitteln von den Helfern dann je nach Bedarf.

Kurz vor neun Uhr bildete sich bereits eine Schlange vor dem Laden, während die Helfer drinnen noch die Regale mit gespendeten Boten, Gemüse und Milchprodukten bestückten. Die zwei Supermärkte im Ort gehören zu den „Lieferanten”, aber Spenden kamen auch von Hofläden und Gemüsebauern aus der Gemeinde und Nachbarorten. Der Verein selbst zählt mittlerweile 37 Mitglieder, sieben weitere Helfer haben ihre Mitarbeit zugesichert.

Damit diese Ladeneröffnung möglich wurde, haben die Vereinsmitglieder einen Monat lang die Geschäftsräume auf Vordermann gebracht. „Es ist schön geworden”, sagt Ehrenamtlerin Brigitte Apel. Einige kleine Baustellen sollen an diesem Wochenende fertiggestellt werden. In einem Regal steht ein Schild, das bereits vor neun Jahren im Geschäft beheimatet war. Die Aufschrift lautet: „Ehrlich währt am längsten.”

„Armut gibt es auch vor der Haustür. Mich stört, dass so viele Lebensmittel weggeworfen werden”, sagt Brigitte Apel. Deswegen unterstützt sie den Tisch. Deswegen hilft sie im Laden aus. Andere Helfer sammeln die Lebensmittel ein, wieder andere liefern sie an ältere Menschen aus.

„Derzeit geschieht dies in Privatautos”, sagt Ursula Tzamtzis von der Gemeinde. Um die Frage zu beantworten, was sie sich für den Vettweißer Tisch kurz vor Weihnachten wünscht, muss sie nicht lange überlegen: „Ein Lieferwagen wäre toll.”
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