Düren - „Neuer Lebensabschnitt”: Als Au-pair-Großmutter ins Ausland

„Neuer Lebensabschnitt”: Als Au-pair-Großmutter ins Ausland

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
Als Au-pair-Oma in die USA: Mo
Als Au-pair-Oma in die USA: Monika Fiedler aus Düren stellt sich einer besonderen Aufgabe. Foto: Berners

Düren. „Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren”, hat ein französischer Schriftsteller einst geschrieben. Monika Fiedler hat den Mut, sich von der Küste, von der vertrauten Heimat zu lösen. Den hat sie immer schon gehabt. Schon in jungen Jahren ist sie gerne gereist, hat die Welt mit dem Rucksack durchstreift.

Indien, Marokko, Kenia, Thailand, die Karibik. Monika Fiedler mischte sich immer unter die Einheimischen, wollte die Kulturen kennenlernen. Heimweh? Das kannte sie nicht.

„Meine Mutter sagte immer, ich sei ein Zigeuner”, erzählt die Weltenbummlerin. Heute, mit 57 Jahren, hat sie von ihrer Weltoffenheit und ihrer Neugierde nichts verloren. „Aber die Welt hat sich geändert”, sagt sie. Als Frau alleine mit dem Rucksack touren, dass würde sie heute nicht mehr machen. Aber das Fernweh packt sie immer wieder.

Und weil sie in einem Alter ist, in dem sie auch Großmutter sein könnte, hat sie sich entschlossen, einer neuen Herausforderung zu begegnen.

Monika Fiedler möchte als Au-pair ins Ausland gehen, als Au-pair-Oma. Denn die sind gefragt. „Viele Familien möchten lieber, dass eine Frau mit Lebenserfahrung ihre Kinder betreut”, sagt Michaela Hansen, die Gründerin der Agentur Granny Aupair. Sie vermittelt Frauen über 50 Jahren zu Familien in aller Welt.

Auch die Dürenerin hat sich dort angemeldet. „Ich sehe das als neuen Lebensabschnitt”, sagt Monika Fiedler, deren Mann vor einigen Jahren starb. Sie könne sich vorstellen, künftig immer mal wieder als Oma auf Zeit, vielleicht für ein paar Monate, vielleicht für ein Jahr, ins Ausland zu gehen.

Sie freue sich darauf Zeit mit Kindern zu verbringen. Sie selbst hätte gerne welche gehabt. Windeln wechseln, Kochen, Spielen, bei den Schulaufgaben helfen - all das wird zu ihren Aufgaben gehören. Kost und Logis sind frei, das Taschengeld und die Flugkosten Verhandlungssache. „In vielen Familien ist ein Elternteil deutscher Herkunft”, erklärt Michaela Hansen. Häufig seien beide berufstätig. Eine echte Oma haben viele nicht.

Die gelernte Bankkauffrau Monika Fiedler wollte eigentlich als Ersatz-Oma in ein arabisches Land. Dort wollte sie ihre Sprachkenntnisse auffrischen. Von diesen Plänen hat sie wegen der politischen Lage aber Abstand genommen. Jetzt ist sind die USA ihr Ziel, am liebsten Washington.

Ein paar Dinge muss Monika Fiedler noch regeln, dann kann es losgehen. „Meine Koffer sind schnell gepackt”, sagt sie. An Materiellen Dingen hängt sie nicht. Via Skype und E-Mail will sie mit ihren Freunden in Kontakt bleiben, so wie sie es heute schon mit Verwandten in den USA und Kanada ist.

Sie wisse, dass es eine große Aufgabe ist, sich in eine Familie einzufügen, sich selbst zurückzustellen, das richtige Verhältnis aus Nähe und Distanz zu schaffen. „Aber damit werde ich keine Probleme haben”, sagt sie zuversichtlich. Aupair-Oma kann jede Frau werden, Abschlüsse und Beruf zählen nicht, Sprachenkenntnisse sind hilfreich.

„Wichtig ist es sich die Aufgabe zuzutrauen”, sagt Michaela Hansen. Tolerant, einfühlsam und neugierig müssten die Aupair-Omas sein. Monika Fiedler kann es kaum erwarten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert