Neuer Kunstrasenplatz: „Kufa“ wird von Aufsteigern eingeweiht

Von: Kevin Teichmann
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Bereit zum Anstoß auf dem neuen Hürtgenwalder Kunstrasenplatz: Ulf Elsner vom Planungsbüro „Pätzold & Snowadsky“ (von links), Kreisentwicklungsamtsleiter Walter Weinberger, Johannes Becker als Vertreter der Vereine aus Straß, Vossenack, Hürtgen und Bergstein/Brandenberg, Bürgermeister Axel Buch, Sekundarschuldirektorin Ulla Mertens, RWE-Vertreter Walfried Heinen und Sparkassen-Vertreter Holger Quast. Foto: Kevin Teichmann

Kleinhau. Nun spielen Fußball-Junioren wie -Senioren auch in der Gemeinde Hürtgenwald auf einem Kunstrasenplatz. Sieben Monate Bauzeit sind angrenzend ans Kleinhauer Schulzentrum ins Land gezogen.

Das in der Hürtgenwalder Bevölkerung ob seiner hohen Kosten angesichts leerer Gemeindekassen stark umstrittene, 620.000 Euro schwere Projekt, ist abgeschlossen und die Platzanlage eröffnet. Neben dem Kunstrasenspielfeld wurde auch in eine Tartanlaufbahn und ein Flutlicht investiert.

Der „Kunstrasen für alle“ (Kufa) steht tagsüber den anliegenden Schulen zur freien Verfügung. Sekundarschuldirektorin Ulla Mertens hat den Platz schon in die Unterrichtsplanung des neuen Schuljahres mitaufgenommen: „Früher glich die Anlaufbahn zum Weitsprung eher einem Hindernislauf – jetzt sieht das ganz anders aus!“ Spätnachmittags und abends tummeln sich gleich vier Vereine auf dem künstlichen Grün: Alemannia Straß, Grenzwacht Hürtgen, Germania Vossenack und Germania Burgwart Bergstein/Brandenberg.

Pilotprojekt im ländlichen Raum

„Nicht jeder Klub konnte seinen eigenen Platz bekommen“, erklärt Walter Weinberger, Dürens Kreisentwicklungsamtsleiter, dass die Schaffung des „Kufa“ ein Pilotprojekt zur Förderung von Ehrenamt und Vereinen im ländlichen Raum sei. Erste „Nachahmer“ gäbe es bereits in Vettweiß, auch in Linnich werde über ein solches Projekt nachgedacht. Und auch Bürgermeister Axel Buch weiß, dass ein Kunstrasenplatz von „enormer Bedeutung“ im heutigen „leistungsorientierten Fußball“ ist, auch wenn solche Investitionen „kontrovers diskutiert“ werden. In Bergstein lernte er selbst als kleiner Junge das Kicken.

Der Klub, der zu Saisonbeginn noch als Fusionsverein in Verbindung mit Brandenberg in der Landesliga spielte, zog mitten in der Saison zurück, versucht in der kommenden Spielzeit einen Neustart zwei Etagen tiefer – in der Kreisliga A. Der Abstieg verdeutlicht, dass Klubs heutzutage weitaus mehr als nur „ein familiäres Umfeld“ bieten müssen.

Vereine, die mit einem Kunstrasenspielfeld aufwarten, haben im Wettberwerb um Spieler die besseren Argumente. „Wer mitspielen will, muss sich anpassen. Jetzt lassen sich die großen gemeinsamen Pläne der Klubs realisieren“, spricht Buch die Kooperationen der Gemeindeteams an. Im Spielbetrieb machen die Mannschaften aus Vossenack und Hürtgen bereits nach außen sichtbar „gemeinsame Sache“, glückte doch als Spielgemeinschaft der Aufstieg in die Kreisliga A. „Wir alle müssen intensiver zusammenarbeiten, wenn wir die Zukunft positiv gestalten wollen“, findet Johannes Becker, ehemaliger Vorsitzender von Alemannia Straß. Aus der Not muss eine Tugend werden.

Becker durfte sich gleich zwei Mal in einem Sommer freuen. Neben dem viel umjubelten Landesliga-Aufstieg seines Herzensvereins nun auch noch die Fertigstellung des so wichtigen Kunstrasenplatzes. Und im Anschluss an die Eröffnung weihten Beckers Alemannen das neue Grün gegen die SG Vossenack/Hürtgen ein. 8:2 ging der spaßige Sommerkick der beiden Aufsteiger für die Straßer aus. Nur eine Gelbe Karte zeugt von guter Nachbarschaft – oder einer guten Schiedsrichterleistung. Rainer Koll war der Unparteiische der Begegnung. Übrigens auch ein Aufsteiger – der 48-Jährige pfeift ab der kommenden Saison in der Landesliga.

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