„Neuer Chor Würselen“: Ein ungewöhnlich herzliches Konzert

Von: Bruno Elberfeld
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Einen gewaltigen Sound erzeugten der „Neue Chor Würselen“, die Instrumentalisten und die Gesangssolisten. Foto: Bruno Elberfeld

Vossenack. Absolute Stille in der Kirche der Franziskaner in Vossenack. Saxophonist Harald Claßen bläst den Ohrwurm „We are the world“. Den weltbekannten Song werden gegen Schluss des Konzerts „Sahnestücke“ alle Beteiligten singen.

Die Musiker des „Neuen Chores Würselen“ sind angereist, um dem 50. Geburtstag des Franziskanerklosters Vossenack einen feierlich-fröhlichen Rahmen zu bieten. Am 29. Juni 1966 – Guardian Bruder Wolfgang Mauritz berichtete bei seiner Begrüßung – habe der Orden in Vossenack den Grundstein für Kirche, Kloster und Internat gelegt. Ein Jahr später zogen die ersten Internatsschüler ein, wurden sie mit den Externen im neuen Gymnasium unterrichtet.

„Sahnestücke“ entwickelte sich zu einem ungewöhnlich herzlichen Konzert. Von Beginn bis Ende wurde es zu einer nahezu familiären Angelegenheit. Da passte alles zusammen: Dirigent und Spiritus Rektor Dr. Christoph Leuchter, ein gemischter Chor mit engagierten Sängern, eine Band, gespickt mit Multitalenten, Gesangssolisten, die selbstbewusst ihre „Rockröhren“ (Stimmen) einzusetzen wussten.

Nicht zu vergessen war die integrative Kraft aller Beteiligten, die es drei syrischen Männern ermöglichte, den Menschen in der Kirche ihre Art der Musik zu Gehör zu bringen. „Auf dem Weg“, ein Lied, das der Chor vor zehn Jahren schon gesungen hat, malt das Bild eines Kamels in der Wüste. Nach diesem Motiv, erzählte Moderator Leuchter in seiner launig-humorvollen Art, sei dann die Musik geschrieben worden. Diese drei Musiker aus Syrien wurden beim Konzert immer wieder eingebunden.

Interessante Mischung

Insgesamt 30 Songs interpretierten die Sänger und Instrumentalisten in der Franziskanerkirche. Und es ging nicht nur um geistliche Lieder, sondern Leuchter und sein Team präsentierten eine hoch interessante Mischung mehrerer Musikgenres. Pop von Michael Jackson, Musicalausschnitte aus „Mamma Mia“ und „Dem König der Löwen“. Das Auditorium wurde bei dem Udo-Jürgens-Song „Aber bitte mit Sahne“ aktiviert. Chefmusiker Leuchter hatte keinerlei Mühe, die Funken auf die Hörer überspringen zu lassen. Er und seine Frauen und Männer agierten authentisch, mit viel Freude und Einsatz.

Da konnten die Menschen auf den Kirchenbänken nicht anders, als mit zu klatschen, mit den Fingern im Takt zu schnipsen, sich in den Hüften zu wiegen oder/und mitzusingen.

„I have a dream“, „Fields of gold“, „Here comes the sun“, „Bohemian Rhapsody“ begeisterten die Zuhöre ebenso. Letzteres war ein im Übrigen technisch anspruchsvolles Werk für Chorleiter, Chor und Musiker. Und immer wieder erklangen die gefühlvollen Gesangssoli von Patrick Kafka, Christina Ritzerfeld und Christoph Leuchter, allesamt – wie vom Dirigenten eingangs versprochen – kleine „Sahnestücke“.

Die Rolle Leuchters hervorzuheben, könnte den Rahmen sprengen. Das Multitalent – so charakterisierten ihn einige Sänger – übernahm bei einigen Liedern gleich drei Funktionen: Sologesang, Dirigat und Klavier.

Der Weg aus der Kirche wurde den Akteuren aus Würselen schwergemacht. Vier Zugaben gab es zu bewältigen, zum endgültigen Abschluss „Oh happy day“ – gesungen von Franz-Josef Ritzerfeld. Das Konzert war eine Kooperation des Klosters mit dem Verein „HöhenArt Hürtgenwald“ und vielen ehrenamtlichen Helfern.

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