Neuer Arbeitskreis: Austausch über funktionelle Erkrankungen

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Düren. An jedem Zahn hängt ein ganzer Körper: Ein falscher Biss kann sich durch die Überbeanspruchung des Kiefergelenkes nicht nur auf den Nacken, sondern bis auf die Fußgelenke schmerzhaft niederschlagen.

Umgekehrt können auch Haltungsstörungen Auswirkungen auf den Kauapparat haben. Auch ein Tinnitus kann seine Ursache in verspannten Kiefergelenken haben. Zahnmediziner, Physiotherapeuten, Orthopäden, Augenärzte und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte wissen, dass die sogenannten Funktionsstörungen im Kausystem nicht geheilt werden können, wenn man nicht mit anderen Fachrichtungen zusammenarbeitet.

Auf Anregung von Ingo Stiens (PS Dentaltechnik Düren) trafen sich jetzt 45 Therapeuten, um einen Arbeitskreis zu gründen, der sich mit den Möglichkeiten eines intensiveren Austausches beschäftigen wird.

Funktionelle Erkrankungen der Zähne, der Kaumuskeln und der Kiefergelenke werden als „cranio-mandibuläre Dysfunktion (CMD)” zusammengefasst. Obwohl nicht so bekannt wie Karies- und Parodontalerkrankungen, zählt CMD zu den häufigsten Erkrankungen in der Zahnmedizin.

CMD-Patienten leiden oft jahrelang unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Nacken-/Schulterverspannungen, Rückenschmerzen, Zähneknirschen und Knacken im Kiefergelenk, Gesichtsschmerzen und Ohrenschmerzen, Tinnitus, Schwindel, Schnarchen und Schlafstörungen. Diese Beschwerden werden häufig durch Probleme im Kausystem hervorgerufen.

Da das Kausystem intensiv mit vielen anderen Körpersystemen verknüpft ist, können diese Beschwerden nicht isoliert behandelt werden. Aber wann muss die benachbarte Disziplin mit in die Behandlung eingebaut werden? Was muss ein Physiotherapeut von einer zahnmedizinischen Schienenbehandlung wissen, damit er einen Patienten richtig mobilisieren kann? Welche krankengymnastischen Tests kann der Zahnarzt leicht durchführen, die einen Verdacht erhärten, dass ein Orthopäde und Physiotherapeut mit hinzugezogen werden sollte?

Diese und viele weitere Fragen wurden bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises angesprochen. Die Teilnehmer erstellten eine Aufgaben- und Themensammlung für die nächsten Sitzungen, mit der sie die Zusammenarbeit untereinander verbessern wollen.
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