Düren - Neue Wege in Zeiten sinkender Priesterzahlen

Neue Wege in Zeiten sinkender Priesterzahlen

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Ein starkes Team: Die Absolventen des Kurses „Kirchlicher Begräbnisdienst durch Laien” mit den Kursleitern Maria Buttermann (vorne rechts) und Pfarrer Anton Straeten (hinten links).

Düren. Bestatterin, Krankenschwester, Religionslehrer und andere Berufe: Die Zugänge der Frauen und Männer aus Düren, Nideggen, Linnich und Köln, die sich als Laien für den Begräbnisdienst in der katholischen Kirche qualifiziert haben, wirken individuell und sehr unterschiedlich.

Von ihren Gemeinden für den Kurs in der Kontaktstelle für Trauerpastoral und -begleitung, die im Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule ganz nahe am Annakirmesplatz untergebracht ist, beauftragt, werden die acht Absolventen des von Pfarrer Anton Straeten und Pastoralreferentin Maria Buttermann geleiteten Kurses künftig in den Heimatpfarren Menschen zur letzten Ruhe geleiten.

„Da geht es um das Kerngeschäft von Seelsorge - das ist uns sehr, sehr wichtig”, bekennt Pfarrer Straeten, der die Trauer-Kontaktstelle leitet. Zwar gehe es bei der Schulung von Laien auch darum, in Zeiten zurückgehender Priesterzahlen neue Wege zu finden und zu gehen. Aber nicht nur: Maria Buttermann sieht darin neue Chancen für die Katholiken vor Ort. Die „Entwicklung von der versorgenden zur sorgenden Gemeinde”, bei der nicht geweihte Christen Dienste übernehmen, ist der Theologin besonders wichtig. Das sieht ihr Mitstreiter genau so: „Aus der Not ist eine Chance geworden”, schätzt Straeten die Entwicklung ein.

Zeit für die Trauernden

Der Auslöser, der sie dazu angetrieben hat, sich um die Aufnahme in den Dürener Kurs - den mittlerweile vierten - zu bewerben: Für Inge Jörres war es die Beerdigungsrede nach dem Tod ihrer Mutter. Die Ansprache hat ihr ganz und gar nicht gefallen. Und so machte sich die Birkesdorferin auf den Weg, Alternativen zu finden und zu leben. Maike Birekoven, Bestatterin aus Gürzenich, sind der Tod und das Leid der Hinterbliebenen schon von Berufs wegen nahe. Traueransprachen hat die Unternehmerin auch schon gehalten - „aber meistens ohne religiösen Hintergrund”. Christa Lingenberg ihrerseits weiß als Pfarrsekretärin in Lendersdorf: „Die Pfarrer haben oft nicht viel Zeit für Trauernde.”

Der Zugang von Helmut Kudewig aus Köln-Brück, der einzige Kursteilnehmer aus der Erzdiözese, unterscheidet sich grundlegend von seinen Mitstreitern: „Als Religionslehrer kurz vor der Pensionierung will ich mich stärker in der Gemeindearbeit einbringen.” Magda Nacken (Düren-Mitte) will von ihrem Glauben „etwas rüberbringen” und zudem ihren Beitrag zu einer „würdigen Bestattungskultur” leisten. Manfred Heinrichs aus Linnich, der sich auch als aktiver Schützenbruder in seiner Kirche und Heimatgemeinde verankert fühlt, hat sich dem Thema „Tod und Trauer” auf einem anderen Weg genähert - durch sein Mittun bei der Gestaltung von Wortgottesdiensten im örtlichen Krankenhaus.

Für die liturgische Gestaltung von Gottesdiensten wie für das Gespräch mit den Hinterbliebenen hat der Kurs den Männern und Frauen viel wertvolles Rüstzeug f mitgegeben. „Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod”, die Pfarrer Toni Straeten so wichtig ist, gehörte ebenso dazu wie die Vorbereitung für die Praxis in Kirche und Trauerhalle sowie am Grab.

Magda Nacken und Inge Jörres bereiten sich nach der Beauftragung durch den Bischof auf Antrag des zuständigen Pfarrers auf die ersten Beisetzungen vor. Angst davor, dass der Kurs mit dem Titel „Kirchlicher Begräbnisdienst durch Laien” für sie in den Ernstfall mündet, haben sie nicht. Aber ein bisschen aufgeregt: Das sind sie schon, geben die beiden Frauen unumwunden zu.
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