Neue Tarife, geringe Änderung bei den Stadtwerken Düren

Von: cro
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Seltener aufgedreht: Der Wasserverbrauch im Land sinkt. Foto: colourbox

Düren. Zum 1. September ändern die Stadtwerke Düren (SWD) ihr Wassertarifmodell. Die Auswirkungen auf die Haushalte werden unterschiedlich ausfallen, da sich beispielsweise nicht der Grundpreis um die Summe x erhöht, sondern die Berechnung des Gesamtpreises anders ausfällt.

Mit dem neuen Modell wird nach Wohneinheiten in einem Haus abgerechnet, und nicht mehr nach dem Bereitstellungspreis und dem Grundpreis je Wasserzähler. Das neue Zauberwort heißt: Systempreis. Dieser ist höher als der Grundpreis, auf der anderen Seite sinkt der Mengenpreis je Kubikmeter.

Kurzum: Wer weniger verbraucht, zahlt mehr – jedoch vergleichsweise geringfügig ( Beispiele in der Zusatzbox). „Wir haben das neue Modell so berechnet, dass sich die Be- und Entlastungen für den durchschnittlichen Verbraucher bei etwa einem Euro im Monat bewegen“, erklärt Cord Meyer von der SWD-Tochter Leitungspartner, die für die Wasserversorgung zuständig ist.

Es gebe weder große Verlierer noch große Gewinner unter den 60.000 Kunden. Für Industrie und Gewerbe richtet sich der Systempreis nach der jährlichen Verbrauchsmenge. Im Gewerbe lag der Fixkostenanteil laut Meyer teilweise unter fünf Prozent – das neue Modell sei daher „gerechter“ für alle Kunden.

Umsatz steigt nicht

Für die SWD bedeute die Umstellung keine höheren Einnahmen, die neue Regelung sei umsatzneutral. Umkehrschluss: Würden die SWD ihr Modell nicht anpassen, würden sie in Zukunft weniger Umsatz machen. Das liegt an den hohen Fixkosten von 80 Prozent, die die Infrastruktur unter anderem aus Wasserwerken und Leitungen verursacht, und dem abnehmenden Wasserverbrauch.

Dagegen liegen die fixen Einnahmen mit dem Grundpreis derzeit bei 30 Prozent – mit dem Systempreis würden es 44 sein. „Die Deckungslücke wird geringer. Wir verschieben mit dem Modell die Anteile in unserem Gesamtumsatz. Es ist also keine allgemeine Preiserhöhung“, erklärt Meyer.

Da die SWD laut ihrer Statistik im Jahr 2015 im Vergleich zu 1990 gut 20 Prozent weniger Wasser an ihre Kunden geliefert haben, könnte man meinen: Wenn weniger verbraucht wird, könnten die Stadtwerke an der Infrastruktur sparen und diese zurückbauen. Aber: „Das geht nicht“, erklärt Meyer, „weil wir immer genügend Ressourcen für Notfälle und Spitzenverbräuche beispielsweise bei Hitzewellen vorhalten müssen.“

Die SDW wollten ihr Tarifmodell schon 2016 ändern, waren damals aber nicht mit den Optionen zufrieden. Der Systempreis wird deutschlandweit genutzt.

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