Neue Schießstätten-Richtlinie sorgt für Bedenken

Von: gkli
Letzte Aktualisierung:
9353503.jpg
Dittmar Gerwien, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Schützen, kritisiert die Situation.

Kreis Düren. Die Polizei sieht keinerlei Probleme, die Schützen dagegen äußern Bedenken. In der Diskussion steht derzeit die Abnahme der Schießstätten. Zum 1. Januar 2015 hin änderte sich die Schießstätten-Richtlinie.

Danach dürfen nicht mehr alle bisherigen Sachverständigen die Stätten abnehmen, sondern nur noch öffentlich bestellte und vereidigte Fachleute für das Gebiet „Sicherheit von nichtmilitärischen Schießständen“, die auf der Grundlage der Schießstandrichtlinien in der jeweils geltenden Fassung von Lehrgangsträgern ausgebildet sind. Die bisherigen Gutachter waren zwar anerkannt, aber nicht unbedingt vereidigt.

Eine Kostenexplosion?

Die Neuregelung könnte eine Kostenexplosion nach sich ziehen und eine Verzögerung der Abnahmetermine, befürchtet Dittmar Gerwien: „Für unsere Region bleiben von bisher mehr als 20 Prüfern vielleicht noch fünf über. Die Wege werden für die einzelnen Prüfer weiter und die Terminlage dichter. Außerdem entwickeln sich Monopolstellungen, so dass die Preise für eine Abnahme durch den fehlenden Wettbewerb in die Höhe getrieben werden können.“ Eine Abnahme kostete bisher je nach Schießstand im Schnitt um die 600 Euro.

Der 65-jährige Gerwien ist Vorsitzender im Rheinischen Schützen-Bund (RSB) für den Kreis Düren und Bezirksvorsitzender für den Kreis Aachen. Dittmar Gerwien spricht für 23 Vereine, die dem Kreisverband angehören und für 100 Vereine, die zum Bezirk Aachen zählen, und damit für 5000 Schützen.

Die Schützen stellen sich weiter die Frage, was passiert, wenn sich die Abnahme der Schießstätten durch die nun fehlenden Sachverständigen tatsächlich verzögert. Müssen diese dann zeitweise geschlossen werden? Oder wird die Polizei ein Auge zudrücken? „Bestimmt nicht“, vermutet Dittmar Gerwien.

Keine Schwierigkeiten

Die Polizei sieht derzeit dagegen keine Schwierigkeiten auf die Schützen zukommen. Bärbel Sartor, Mitarbeiterin der Pressestelle der Polizeiwache in Düren, sagt: „Schießstätten, in denen mit Druckluftwaffen geschossen wird, müssen alle sechs Jahre überprüft werden, Schießstätten für scharfe Waffen alle vier Jahre. Unserer Meinung nach gibt es ausreichend Sachverständige.“

Willi Palm, der Präsident des RSB, versucht zu vermitteln. Er kreidet die Neuregelung auch an: „Es gab keinen erkennbaren Grund, warum diese Neuregelung veranlasst wurde.“ Auch er befürchtet, dass einige Schießstände brach liegen werden, weil sie aus zeitlichen Gründen nicht abgenommen werden. Für das weitere Vorgehen der Schützen sagt er: „Panik ist jetzt nicht angebracht. Man sollte mit Augenmaß mit den Behörden reden und anstreben, dass die Qualität derer, die bisher als Sachverständige tätig waren, auch weiterhin anerkannt wird.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert