Neue Schiedsmänner nehmen Arbeit auf

Von: fjs
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Dieter Klemes (2.v.l.) wurde jetzt als Schiedsmann für den Bezirk Merzenich vereidigt. Sehr zur Freude von Richter am Amtsgericht Dr. Stephan Ebeling (von links), dem Merzenicher Bürgermeister Georg Gelhausen und Hermann-J. Schmitz, dem Vorsitzenden der Bezirksvereinigung Aachen der Schiedspersonen. Foto: Fred Schröder

Düren. „Schlichten statt richten“. Dieser schlichte Satz ist Programm. Für die Schiedspersonen, die in diesen Wochen in den Gemeinden und Gerichtsbezirken neu gewählt und vereidigt werden. Als „eine kaum messbare wichtige Aufgabe“, bewertet Dr. Stephan Ebeling am Amtsgericht Düren die Arbeit der Schiedspersonen.

„Hier wird qualifizierte, nichtjuristische Arbeit geleistet“. Die Vereidigung des neuen Schiedsmannes für den Bezirk Merzenich, Dieter Kelmes aus Girbelsrath, nahmen Dr. Ebeling und der Vorsitzende der Bezirksvereinigung der Schiedspersonen (BDS), Hermann-J. Schmitz aus Inden, zum Anlass, auf die nicht zu unterschätzende Arbeit der Schiedspersonen nachdrücklich hinzuweisen. „Wir gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent der vor den Schiedspersonen verhandelten Fälle erfolgreich erledigt werden können und damit nicht vor Gericht landen.“

Erwiesen hat sich, so Hermann J. Schmitz, dass die Bekanntheit der Schiedsperson vor Ort die Hemmschwelle der Kontrahenten niedrig hält. „Man kennt sich vielfach; und da ist der Kompromiss oft schnell erreicht.“ Ein Erfolg, der auch die Geldbörse schont. Denn ein Streitfall wird nicht, wie vor Gericht und mit Beteiligung von Rechtsanwälten, nach Streit- und Gegenstandswert, sondern mit einer festen Gebühr und Auslagen abgerechnet. In der Regel zwischen 25 und 50 Euro. „Ein kostengünstiger, vollstreckbarer Vergleich“, wie die Juristen sagen. Es sind Fälle aus dem Alltag, die bei den Schiedspersonen landen: Beleidigung und üble Nachrede beispielsweise oder Nachbarschaftsstreitigkeiten über Grundstücksgrenzen oder Belästigung durch Lärm und Gerüche. „Die Fälle, die von den Schiedspersonen nicht gelöst werden können, stellen sich auch vor Gericht als sehr schwierig dar“, weiß Ebeling aus langjähriger Erfahrung und zeigt sich deshalb erfreut, wenn Fälle dieser Art nicht vor dem Richtertisch aufgerollt werden müssen.

„Wir versuchen auch Schiedspersonen mit Migrationshintergrund zu finden“, so BDS-Bezirksvorsitzender Schmitz. Auch er weiß, dass es immer schwieriger wird, Ehrenamtler zu finden. Da steht die Gemeinde Merzenich noch gut da, denn mit Klaus Bremke aus Golzheim wird in Kürze ein Stellvertreter für Dieter Kelmes gewählt. Für den Schiedsamtsbezirk Kreuzau ist kürzlich Petra Wolf vereidigt worden. Im Süden des Kreises, im Bezirk Heimbach, ist man dagegen noch auf der Suche.

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