Neue Orgel: 505.000 Euro für ein Schmuckstück

Von: Tobias Röber
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Der Großteil der Orgel in der
Der Großteil der Orgel in der Pfarrkirche steht: Organist Martin Jung freut sich schon auf den Tag, an dem er darauf spielen kann. Foto: Röber

Langerwehe. Wer in diesen Tagen die Langerweher Pfarrkirche St. Martin betritt, findet auf den ersten Blick kein sonderlich schmuckes Bild vor. Es ist recht staubig in Eingangnähe, Kartons und Holzkisten stehen herum, ebenso eine große Säge, und obendrein behindert ein großes Baugerüst den Blick in Richtung Altar.

Organist Martin Jung kommt dennoch häufig aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus, wenn er die Kirche in diesen Tagen betritt. Der Grund ist eben diese Baustelle, vielmehr die neue Orgel, die größtenteils schon aufgebaut ist. Über 500 000 Euro werden insgesamt investiert.

Es war ein langer Prozess bis dahin. „Schon als ich vor 24 Jahren hier angefangen habe, gab es den Wunsch nach einer neuen Orgel”, blickt Jung zurück. Die alte war aus dem Jahr 1957 und laut Jung „nie richtig gut”. Vor 13 Jahren fingen dann einige eifrige Langerweher an, für eine neue Orgel zu sammeln. Das Instrument wird komplett aus Spenden finanziert, hinzu kommen Erlöse aus Veranstaltungen wie Mundartnachmittagen, Karnevalssitzungen und Weinverkäufen.

Eigens dafür gründeten die Spender auch den Orgelbauverein St. Martin um den Vorsitzenden Kurt Gielgen und seinen Vertreter Martin Jung. Die endgültige Entscheidung für den Orgelneubau fiel vor gut vier Jahren. Im April 2009 gab der Kirchenvorstand grünes Licht. Die Entscheidung war für die Firma Eule aus Bautzen gefallen. „Eine Orgel der gehobenen Klasse”, wie Martin Jung mit einem Lächeln bemerkt.

Am 4. Juli dieses Jahres war es dann so weit: Ein 40-Tonner rollte in Langerwehe an, unzählige Einzelteile wurden ausgeladen. Vier Mitarbeiter der Firma Eule waren in den nächsten Wochen Dauergäste in Langerwehe. Die Montage dauerte lange, manchmal war sie kraftraubend und an anderen Tagen Milimeterarbeit. Wenn die Orgel komplett fertig ist, werden rund 2000 Pfeifen verbaut sein. Ganz kleine, die nur wenige Zentimeter messen und auch riesige, die sechs Meter hoch und rund 200 Kilogramm schwer sind.

Die Pfeifen bestehen aus gegossenem und gehobeltem Material. Dabei wurde eine Metalllegierung verwendet, die meist aus 75 Prozent Zinn und Anteilen von Blei, Kupfer Wismut und Antimon besteht. Ansonsten verrät der Duft nach frisch verarbeitetem Holz den restlichen Hauptbestandteil des Instruments. Farblich passt sich die Orgel in den Rest der Kirche ein, sie ist in rot, grau und weiß gehalten.

Neue Bühne

Gebaut wird die Orgel in zwei Abschnitten. Rund zwei Drittel werden bis zur Einweihung am Freitag, 11. November, 18 Uhr, fertig sein. Dafür wurden bislang rund 350.000 Euro fällig, weitere 50.000 Euro hat die Umgestaltung der Bühne gekostet, inklusive neuer Elektrik. Der erste Bauabschnitt ist schon nahezu komplett finanziert. Der Rest der Orgel soll in den kommenden drei bis vier Jahren folgen. Am kommenden Montag kann das Gerüst dann auch endlich entfernt werden, der Blick vom Altar aus auf die Orgel ist dann frei. Schon jetzt lässt sich erahnen, dass die Kirche um ein Schmuckstück reicher ist.

Fertig ist sie aber jetzt noch längst nicht. Wenn das Gerüst weg ist, ziehen erneut Fachkräfte der Orgelfirma in die Kirche ein. Dieses Mal, um das Instrument zu stimmen. Bei der Vielzahl der Pfeifen dauert das sieben Wochen. Martin Jung kann es kaum erwarten, bis er die ersten Töne auf der neuen Orgel spielen kann.

Wer dem Verein helfen will, bekommt Informationen bei: Kurt Gielgen, Auf den Kämpen 1, 52379 Langerwehe, Tel. 02423/2224, Fax: 02423/901614.
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