Neue Motto-Disco für den Kreis Düren?

Von: Burkhard Giesen
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„Stereo Pool Merzenich“ ist der neue Name der zur Disco umfunktionierten Einrichtung im Girbelsrather Gewerbegebiet. Foto: Burkhard Giesen
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Bisher hatten die beiden Häuser im Gewerbegebiet eher einen zweifelhaften Ruf. ... Foto: Burkhard Giesen
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... Das soll sich nun ändern. Foto: Burkhard Giesen

Girbelsrath. Sieben Jahre ist es her, dass im kleinen Girbelsrather Gewerbegebiet ein Wellness-Zentrum mit Sauna, Schwimmbad, Liegewiesen, Cocktailbar, Kosmetikstudio und Restaurant eröffnete – in den ehemaligen Aldi- und Rewe-Filialen.

Der Wellness-Tempel entpuppte sich schnell als Bordellbetrieb und erhielt auch eine entsprechende Genehmigung des Kreises Düren. Dem Bordell folgte ein Swingerclub, jetzt bastelt Besitzer Michael Schall aus Merzenich an einem neuen Konzept.

Der Swinger-Club ist geschlossen, seit einigen Wochen werden stattdessen Motto-Partys mit viel Musik veranstaltet. Von Techno-Musik bis zur Schlager-Party, der Deutsch-Rock-Nacht, Ü 30-Party oder dem Themenabend „Endlich wieder Malle“ ist in der auf den Namen „Stereo Pool“ getauften Disco inhaltlich alles vertreten. „Zudem legen DJs auf, die deutschlandweit bekannt sind“, erklärt Schall das Konzept. Eine reine Jugend-Disco ist allerdings nicht vorgesehen. Schall: „Ein Eintritt unter 18 Jahren ist nicht erlaubt, allein um keine Probleme mit dem Alkoholausschank zu bekommen.“

Für die Freitage will er zudem eine Art „Talentschuppen“ aus der Taufe heben. Live-Bands sollen dann regelmäßig auftreten. „Wir suchen auch noch Talente, Interpreten und Bands, die gerne auftreten möchten“, sagt er. Die Zielgruppe für die Veranstaltungen am Freitag sieht Schall insbesondere bei Leuten zwischen 40 und 50 Jahren: „Schauen Sie sich mal im Kreis um – für Menschen in dieser Altersklasse gibt es hier keine passenden Angebote.“ Auch der derzeit geschlossene Wellness-Bereich könnte reaktiviert werden. „Im Sommer könnte es OpenAir-Veranstaltungen oder Poolpartys für junge Leute geben“, sagt Schall, der das bisherige Schmuddel-Image der Einrichtung hinter sich lassen will.

Swingerclub-Image

„Es stimmt, dass es früher ein Bordellbetrieb war, aber aus der Prostitution sind wir gänzlich raus“, sagt Schall sehr bestimmt. Vom Swingerclub-Image hat man sich aber noch nicht so ganz verabschiedet. Schall will die Räumlichkeiten auch vermieten – für Betriebsfeiern oder geschlossene Feiern anderer Veranstalter zum Beispiel.

Eine dieser Fremdveranstaltungen ist am 10. Dezember ein „Erotischer Wellness-Tag“ – beworben mit „zehn Spielzimmern, Darkroom, BDSM-Suite, Orgien-Chalet und Spielwiese im Saunabereich“. „Das ist eine geschlossene Veranstaltung für geladene Gäste in anderen Räumlichkeiten“, erklärt Schall. Grundsätzlich ist man bei der Gemeinde durchaus aufgeschlossen für eine Veränderung des Nutzungszweckes der Einrichtung. Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU): „Dass der Eigentümer einen Weg aus dem Rotlichtmilieu heraus beschreitet, begrüßen wir sehr.“

Gelhausen glaubt, dass dies auch Auswirkungen auf bauordnungsrechtliche Fragen haben könnte, die vom Kreis bearbeitet werden. Sein Standpunkt: Der Eigentümer müsste eine neue Zulassung beantragen, um zum Beispiel Themen wie Brandschutz oder Lärmschutz gerecht zu werden.

Michael Schall sieht das freilich anders. „Wir haben 170 Brandmelder in der Einrichtung. Die Anlage ist fest installiert. Ende März hat es erst eine entsprechende Begehung gegeben und vor drei Wochen noch eine Wartung. Ich wüsste nicht, was da zu verbessern wäre“, stellt er klar. Auch beim Thema Lärmbelästigung ist er gut vorbereitet: „Wir befinden uns in einem reinen Gewerbegebiet.

Da sind nachts 45 Dezibel erlaubt. Unsere Messungen beim ersten Nachbarn haben 32 Dezibel ergeben. Bei geplanten OpenAir-Veranstaltungen werden wir die zulässige Anzahl einhalten oder sicherstellen, dass nach 22 Uhr nur noch im Gebäude gefeiert wird.“

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