Düren - Neue Facebook-Gruppe: „Du bist aus Düren, wenn ...”

Neue Facebook-Gruppe: „Du bist aus Düren, wenn ...”

Von: smb
Letzte Aktualisierung:

Düren. „Um all die Leute in die Facebook-Gruppe aufzunehmen, habe ich mir gestern sogar spontan einen Tag Urlaub genommen”, erzählt Gül Dinç. „Immer, wenn ich glaubte, fertig zu sein, waren da schon wieder 20 neue Anfragen”, beschreibt Gül Dinç.

Schon Mittwochnacht hat sie bis in die frühen Morgenstunden vor dem Rechner gesessen. „Das ist wirklich überwältigend.” Damit hatte Gül Dinç nicht gerechnet, als sie am Sonntagabend um 22 Uhr beschloss, auf Facebook eine Gruppe mit dem Namen „Du bist aus Düren, wenn... ?” zu gründen. Schon in den ersten 24 Stunden zählte die Gruppe 500 Mitglieder. Donnerstagmorgen waren es 3000, am frühen Abend schon wieder 1400 mehr.

Du bist aus Düren, wenn „Du den Willy, das Kehrmännchen mit der Karre, oder et Tinchen (Haste ma ne Mark) noch kennst”, erinnert ein Nutzer namens „Markus Papst” (die Facebook-Namen müssen nicht immer die richtigen Namen sein) an zwei stadtbekannte, wenn auch nicht prominente Persönlichkeiten. Für User „Jürgen Briem” bist Du aus Düren, wenn „Du im Rustika von Leni ein oder mehrere Bier bekommen hast”. Für jemanden, der sich „Andrea Fackeldey” nennt, gehört es dazu, dass „Muttern Dir verboten hat durch die Hirschgasse zu gehen, weil das „Chez Nouz” nichts für kleine Mädchen ist?”

„Es macht Spaß, sich an Dinge zu erinnern, die man beinahe schon vergessen hat”, schwärmt Mona Filali-Kremser. Sie war Mitglied Nummer 38. Das war am Montagabend. Seitdem haben sich Leute wiedergefunden, die einander fast schon vergessen hatten und Menschen, die sich nie kannten, haben Erinnerungen ausgetauscht. Sie wollen sich auch persönlich mal treffen.

Für Nutzer „Willy Rövenich” bist Du aus Düren, wenn „Du mit dem Fahrrad von Birkesdorf nur über die Josef-Schregel-Straße nach Düren fahren konntest”, weil es die Veldener Straße noch nicht gab. Und „Du vor dem damaligen Eisenbahn-Tunnel an sämtlichen Puffs vorbei musstest (da, wo heute Mongol Hann ist) und trotzdem keinen Schaden davon mitbekommen hast?”. Andere erinnern daran, wie es war, als man am Bahnübergang der verlängerten Girbelsrather Straße noch den Schrankenwärter per Gesprächsanalage angeklingelt hat, damit er die Schranke der Bördebahn öffnete.

Die Idee hatte die 40-Jährige Gül Dinç auf der Arbeit. Die Betriebswirtin ist in Aachen tätig und dort beobachtete sie, wie ihre Kollegen ständig auf ihre Smartphones schauten. In Aachen hat Anja Aiple genauso eine Gruppe gegründet, und in der ersten Woche waren 6000 Mitglieder zu verzeichnen. „Ich wollte, dass es auch für Düren so etwas gibt”, erzählt Gül Dinç. Sie war zwei Monate alt, als sie aus der Türkei nach Düren kam. Sie liebt die Stadt, auch wenn sie nach Derichsweiler gezogen ist.

An die vielzitierten „Guten alten Zeiten” in Düren erinnert sie sich gerne, auch wenn sie nicht wirklich immer gut und vor allem nicht immer besser waren: „Schön wars”, sagt Gül Dinç. Auch wenn das nicht jeder so sieht. So sei ihr Sohn gerade nach Köln gezogen. Vielleicht geht es ihm eines Tages wie Kirsten Stollenwerk. Die schreibt: „Du bist aus Düren, wenn Du als Jugendlicher kaum abwarten konntest, aus dem „Kaff” Düren wegzuziehen, und jetzt, wo Du all diese Einträge liest, doch Sehnsucht nach der alten Heimat bekommst.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert