Neue Chance für Dürens Alltagskultur

Von: Burkhard Giesen
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Elmar Valter (l.) und Peter Bernards
Elmar Valter (l.) und Peter Bernards bestritten im Mai 2016 die Premiere beim „Airweiler“-Projekt, das auch 2017 zur Belebung der Innenstadt beitragen soll. Foto: Archiv
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Regelmäßige Tango-Treffs könnte es auch bald in Düren geben. Foto: imago/GlobalImagens

Düren. Während die Dürener schon mal gerne darüber streiten, ob es diesen oder jenen Markt in der Stadt wirklich braucht, ob ein Geranien- und der Biermarkt hochwertig oder schlicht überflüssig sind, ist eines unstrittig.

Dürens Märkte beleben die Stadt. „Viele Besucher kommen zur Zeit wegen der Märkte nach Düren“, sagt etwa Stadtplaner Dr. Harald Heinz. Das allerdings reicht ihm nicht. „Es gibt eine Vielzahl von Veranstaltungen, bei denen es in der Stadt richtig brummt“, ergänzt Stadtplaner Marcus Steffens vom Planungsamt. „Und es gibt Löcher. In der Zeit findet wenig statt“, betont er weiter.

Genau diese „Löcher“ sollen vermehrt mit Alltagskultur gefüllt werden – so, wie es im vergangenen Jahr schon mit dem Projekt „Airweiler“ angelaufen ist. Jeden Freitagabend gab es im Sommer im Schatten der Annakirche Livemusik, oft recht spontan. Genau darum geht es den beiden Stadtplanern, wenn sie sagen, dass sie den öffentlichen Raum beleben wollen. Und das nicht nur am Ahrweilerplatz.

Rund 20.000 Euro stehen dafür in einem eigenen Förderprogramm jährlich im Rahmen des Masterplans zur Verfügung. Aber es ist nicht unbedingt das Geld, das für ein Plus an zusätzlichen Angeboten sorgen soll, sondern eher die Hilfestellung, die das Citybüro potenziellen Veranstaltern gewähren will: Wo bekommt man eine Bühne her? Gibt es Stromanschlüsse für eine Verstärkeranlage? Wer muss entsprechende Genehmigungen ausstellen? Marcus Steffens: „Das wollen wir den Veranstaltern möglichst abnehmen.“

Wenn derzeit viele Besucher wegen der Märkte nach Düren kommen, will Heinz für die Zukunft noch einen anderen Effekt erreichen: „Unser Ziel ist: Man fährt nach Düren und guckt, was da los ist.“ Spontanveranstaltungen wünschen sich die beiden Stadtplaner. Marcus Steffens: „Der Idealzustand für Alltagskultur ist doch, dass sie keine Planung benötigt. Spontanität muss aber erst gelernt werden.“

Das „Airweiler“-Projekt sei ein schönes Beispiel für die Grundidee des Konzeptes gewesen, betonen beide. Veranstalter und Stadt konnten beidseitig lernen, mit welchen Hürden man zu kämpfen hatte, auch welche Kompromisse bei solchen Veranstaltungen gemeinsam zu finden sind. Heinz: „Zu ‚Airweiler‘ ist man hingegangen, weil man wusste, dass es diese Veranstaltung gibt. Da stand nicht so sehr im Vordergrund, welche Gruppe an dem Abend aufgetreten ist.“ Hinzu kam, dass das Ambiente passte und auch die Gastronomie davon profitiert hat. Marcus Steffens: „Wir wünschen uns einfach, dass sich mehr Gruppen den öffentlichen Raum aneignen. Schließlich sehen wir auch die Innenstadt als Wohnquartier an und reden beim Thema Stadtplanung auch immer über die Menschen, die hier leben.“

Gefragt sind nun Veranstalter, die dieses Konzept umsetzen und mit Ideen auf die Verantwortlichen zugehen. Das „Airweiler“-Projekt soll in den Sommermonaten seine Fortsetzung finden, andere Veranstaltungen sind in Planung. So denkt beispielsweise der Dürener Kulturbetrieb darüber nach, das Projekt „Tanzende Stadt“ fortzuführen. Und es gibt eine Gruppe, die ihr Interesse daran bekundet hat, einmal in der Woche zum Tango zu bitten. Dabei will man derartige Angebote nicht nur auf eh schon belebte Orte reduzieren, sondern auch die „Unorte“, wie es Heinz ausdrückt, bespielen. Zum Beispiel mit Aktionen in der Bahnunterführung zum Haus der Stadt oder im Langemarck-Park.

„Wir hoffen darauf, dass viele Leute mit guten Ideen zu uns kommen und wir ihnen dann bei der Umsetzung helfen können“, sagen Heinz und Steffens, die bei den Ideen recht offen sind. „Das wird nicht die Musikgruppe sein, die sich 1000 Euro für einen Auftritt erhofft, aber es könnte der Musikverein sein, der öffentlich proben will, weil er Nachwuchs werben möchte“, sagt Steffens und fügt hinzu: „Es muss auch nicht immer etwas Gefälliges sein, sondern darf auch zu Irritationen führen oder Diskussionen auslösen.“

Das könnte im positiven Sinne bei einem Projekt passieren, das ebenfalls in diesen Rahmen passt und doch ganz anders angelegt ist: Schülerinnen der St.-Angela-Schule wollen an Persönlichkeiten erinnern, die sich in Düren engagiert haben oder mit der Stadt verbunden waren. „Dürener Bilderpaare“ nennt sich das Projekt, das aus jeweils zwei Tafeln bestehen wird – eine Tafel zeigt ein Porträt der Person, die andere liefert Informationen. Harald Heinz: „Die Tafeln sollen möglichst an Orten aufgestellt werden, die zu den Personen passen.“ Geplant sind drei bis vier dieser Bilderpaare pro Jahr.

Wer weitere Ideen umsetzen möchte, kann sich bei Dr. Harald Heinz im Citybüro, Kaiserplatz 16, Telefon 02421/9948512, melden.

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