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Neue Blitze gegen die Unfälle auf der A4

Von: Udo Kals und Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
Stationäre Blitze A4 Düren
Verkehrsberuhigung: Mit zwei neuen Messanlagen soll die unfallträchtige Engstelle zwischen Düren und Buir entschärft werden. Foto: Franz Sistemich
düren blitze
Verkehrsberuhigung: Mit zwei neuen Messanlagen soll die unfallträchtige Engstelle zwischen Düren und Buir entschärft werden. Foto: Franz Sistemich

Düren. Die Unfallkommission bei der Bezirksregierung Köln hat auf die vielen Unfälle im Bereich der Baustelle auf der A 4 bei Düren reagiert: Seit heute Morgen wird nach Angaben des Kreises Düren dort die Geschwindigkeit durch zwei stationäre Messsäulen für die Dauer der Bauarbeiten in beiden Fahrtrichtungen kontrolliert. Am Donnerstag wurden dafür die letzten notwendigen Arbeiten vorgenommen.

Schilder weisen die Autofahrer auf die Tempokontrollen hin. Die Blitze in Richtung Köln steht mitten in der Baustelle genau dort, wo die Fahrbahn künftig auf eine neue Trasse verschwenkt wird. Die Stelle ist etwa drei Kilometer von der Autobahnabfahrt Düren entfernt. Es gilt ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern. Die Radarmessanlage in Fahrtrichtung Aachen steht noch vor Beginn der Baustelle etwa vier Kilometer vor der Ausfahrt Düren an einer Stelle, an der ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern gilt.

Im Laufe des vorigen Jahres war es trotz des Tempolimits immer wieder zu schweren Unfällen in der Baustelle gekommen. Bis zum 1. Dezember 2013 hatten sich bereits 618 Unfälle in diesem Bereich ereignet. Das waren 19,8 Prozent oder 102 Unfälle mehr als im Jahr zuvor. Zuletzt hatte sich Mitte Dezember ein Auffahrunfall ereignet, bei dem ein Lkw-Fahrer schwer verletzt worden war.

An dieser Stelle bei Düren wird die Autobahn4 – bedingt durch den Tagebau Hambach – verlegt und gleichzeitig sechsspurig ausgebaut. Vor der Baustelle wird das Tempo zunächst auf 100, dann auf 80 und schließlich auf 60 Stundenkilometer gedrosselt. Die Polizei hatte wegen der Unfallhäufung ihre mobilen Tempomessungen in diesem Bereich verstärkt, um die Einhaltung der Tempolimits zu kontrollieren. Das sei angesichts des Personalaufwandes aber nur vorübergehend möglich gewesen, hieß es am Donnerstag aus dem Kreis Düren.

Deshalb habe die Unfallkommission den Kreis Düren beauftragt, dort während der Bauphase für eine ständige Tempoüberwachung zu sorgen. Die Bauarbeiten sollen bereits im September beendet sein. Deswegen hat der Kreis für diese wenigen Monate zwei Radarsäulen gemietet. Zu den dadurch entstehenden Kosten konnte ein Sprecher des Kreises am Donnerstag keine Angaben machen.

Bereits im März soll laut Dürener Kreisverwaltung der Verkehr Richtung Köln über die neue Trasse rollen. Dann zieht auch die Blitze um, die für einige Monate den Verkehr eingangs der neuen A 4 kontrollieren wird. Im Spätsommer soll das neue Autobahnteilstück in beide Richtungen befahrbar sein. Eine permanente Tempokontrolle soll dann entfallen, obwohl sieben der 13 Kilometer langen Strecke schnurgerade zwischen Düren und Kerpen verlaufen.

„Wir erwarten nicht, dass durch die Streckenführung ein Risiko entstehen wird“, sagt Matthias Bächler vom Landesbetrieb Straßen.NRW. Topografisch bedingte Höhenunterschie­de, zahlreiche querende Brücken und Schilder am Straßenrand würden für genügend optische Reize sorgen. Weder Monotonie noch Raserei sollten so Vorschub geleistet werden, sagt Bächler. Auch die Bezirksregierung sieht keinen Anlass für ein generelles Tempolimit. „Es gilt: freie Fahrt, wo kein Tempolimit notwendig ist“, sagt Sprecher Oliver Moritz. Er verweist jedoch auf die Möglichkeiten der Verkehrsbeeinflussung, falls es nötig werden sollte.

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