Düren - Neue Ausstellung: Mosaiksteine der Goldenen Jahre Dürens

Neue Ausstellung: Mosaiksteine der Goldenen Jahre Dürens

Von: Stephan Johnen
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Willkommen in den „Goldenen Jahren“ der Stadt Düren: Christel Kreutzer, Josef Winthagen und Manfred Bürger gehören zum Team des Stadtmuseums, das die neue Ausstellung vorbereitet hat. Zu sehen gibt es unter anderem dieses originalgetreu hergerichtete Kontor eines Dürener Unternehmens. Foto: Johnen

Düren. Nach der „Gänseleber in Madeira“ gab es für die Honoratioren „Ostender Steinbutt an Butter und Kartoffeln“, „Rehrücken mit feinem Gemüse umgeben“, „Französische Markthühnchen an Kartoffelschnitzern“ und zum Dessert „Salat – Eingemachtes - Gefrorenes“ nebst „Käse und Obst“. Der 17. Januar 1907 war ein Tag der Freude in Düren.

Dank einer großzügigen Stiftung des Industriellen Eberhard Hoesch wurde das Stadttheater eröffnet, eine erhaltene Speisekarte zum Festakt kann ab Sonntag im Stadtmuseum bestaunt werden. Auf der Bühne wurde am gleichen Tag „Der Freischütz“ serviert, vor annähernd 700 Gästen. Die kleine Stadt hatte Format.

Das neue Theater war der Stolz der Bürger, ein weiterer Mosaikstein reger Bautätigkeit und Stadtentwicklung. Und die Stadt war stolz auf den eigenen Wandel zum florierenden Industrie- und Kulturzentrum. In den Jahren zwischen der Reichsgründung und dem Beginn des Ersten Weltkriegs hat sich das Gesicht Dürens grundlegend gewandelt. „In diesen Jahren entstand alles, was nach der Zerstörung der Stadt am 16. November 1944 im kollektiven Gedächtnis das Bild Dürens prägt“, erläutert Bernd Hahne vom Trägerverein des Stadtmuseums.

Mit der Strom-, Gas- und Wasserversorgung wurden die Grundsteine einer Infrastruktur gelegt, die zum Teil heute noch genutzt wird. Die fortschreitende Industrialisierung und Spezialisierung der Betriebe brachte Unternehmen hervor, deren Produkte Weltruhm erlangten – und zum Teil noch genießen. Es entstanden Schulen, Stiftungen, Sozialeinrichtungen. Die Villen im Stadtzentrum waren Symbole des Aufschwungs, des Wohlstands. „Dürens Goldene Jahre“ ist dritte Abteilung der Ständigen Ausstellung im Stadtmuseum daher überschrieben. Und wer die Ausstellungsräume an der Arnoldsweiler-straße betritt, ist plötzlich wieder mittendrin in dieser Zeit.

Annähernd zwei Jahre lang haben die ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder die neue Ausstellung vorbereitet. Gezeigt werden unter anderem die Entwicklung der Industrie- und Schullandschaft, aber auch der Wandel der Fürsorge in der Stadt. Eine Abteilung widmet sich dem gesellschaftlichen Leben der „High Society“ – die mit Stiftungen an den Veränderungen des Stadtbilds mitwirkte. Zahlreiche interaktive Elemente und Schaukästen ermöglichen zum Teil im Wortsinn ein Herantasten an die Stadtgeschichte. An Computern können weitere Informationen abgerufen werden, und auch für kleine Besucher gibt es viele spielerische Elemente, die keine Langeweile aufkommen lassen.

„Hier ist etwas ganz Unwahrscheinliches geschehen“, bedankte sich Bürgermeister Paul Larue für den ehrenamtlichen Einsatz aller Vereinsmitglieder. „Wir betrachten diese Ausstellung als Anfang. Vieles ist noch gar nicht dargestellt, für andere wichtige Themen fehlt uns bislang der Platz“, kündigte Bernd Hahne an, dass die Ausstellung mit der Zeit noch ihr Gesicht verändern soll.

„Dürens Goldene Jahre“ ist die dritte Abteilung der Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte im Stadtmuseum Düren an der Arnoldsweilerstraße 38 überschrieben. Behandelt wird der Zeitraum von der Reichsgründung 1871 bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs 1914.

Eröffnet wird die Schau am Sonntag, 2. Dezember, 11 Uhr. Das Museum ist immer sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Dienstags findet ein „Offener Treff“ für Interessierte statt. Wer etwas zur Sammlung beitragen oder mitarbeiten möchte, ist willkommen.

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