Neue A4-Trasse bringt neue Aufgaben für Feuerwehr

Von: Sarah Maria Berners
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Großübung auf der Autobahn: 120 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Merzenich, Niederzier und Nörvenich sowie der THW Ortsverband Nörvenich haben auf der neuen A4 den Ernstfall geprobt. Foto: Ralf Schmitz
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Patrick Harzheim, Chef der Merzenicher Feuerwehr. Foto: smb

Merzenich. Ab Mittwochmittag sausen die ersten Autos über das neue Teilstück der Bundesautobahn 4. Der Tagebau Hambach hat die Verlegung der Autobahn erforderlich gemacht. Mit der neuen Autobahn hat auch die Gemeinde Merzenich eine Anschlussstelle (AS) bekommen - und die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde hat damit eine neue Aufgabe erhalten.

Sie ist nämlich für die sogenannte nicht polizeiliche Gefahrenabwehr zuständig. Das bedeutet, dass Wehrleute aus der Gemeinde ausrücken müssen, wenn auf der Autobahn Öl ausläuft oder es zu einem schweren Unfall kommt. Die Zuständigkeit erstreckt sich von der AS Merzenich in Fahrtrichtung Köln bis zur AS Elsdorf und von der AS Merzenich in Fahrtrichtung Aachen bis zur AS Düren.

Weil die Feuerwehr Merzenich aber recht klein ist, wurden für den Fall „größerer Schadenslagen“ – also zum Beispiel für schwere Unfälle mit vielen eingeklemmten Personen – Absprachen mit den Feuerwehren Niederzier und Nörvenich sowie dem THW Ortsverband Nörvenich getroffen.

Im Falle größerer Unfälle unterstützen diese dann die Merzenicher. Vor allem für die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr – also wenn viele ehrenamtliche Feuerwehrleute ihrem Beruf nachgehen – braucht die Wehr der Gemeinde Unterstützung. Bei Freiwilligen Feuerwehren rechnet man damit, dass von fünf alarmierten Personen eine zum Einsatz kommen kann.

Zusammenarbeit festigen

Um die Zusammenarbeit zu festigen, hatten sich mehr als 120 Einsatzkräften und 16 Einsatzfahrzeuge nun auf dem neuen Autobahnstück zu einer Großübung getroffen. Gemeinsam mussten die Einsatzkräfte die sieben Verletzten und teilweise eingeklemmten Personen aus den vier verunglückten Fahrzeugen befreien. Unterstützt wurden sie vom Rettungsdienst des DRK. Auch der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Struck, begleitet die Übung.

„Neben den eigentlichen Rettungsarbeiten an den verunfallten Fahrzeugen galt es für die Führungskräfte der unterschiedlichen Hilfsorganisationen eine gemeinsame Führungsstruktur aufzubauen, damit eine schnelle und sichere Rettung der verletzten Personen möglich war“, schildert Patrick Harzheim, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Merzenich. Nach der Übung zogen er und die Übungsleiter ein positives Fazit.

In den vergangenen Monaten hatte Patrick Harzheim mit Blick auf die Autobahneröffnung alle Hände voll zu tun. Er hat eine Tabelle erarbeitet, in der genau festgelegt ist, welche weiteren Löschgruppen über das Gemeindegebiet hinaus bei bestimmten Einsatzstichworten alarmiert werden.

Neben der praktischen Übung auf der neuen Autobahn, galt es, die Wehrleute auch darüber hinaus zu schulen. Wie wird der Verkehr ausgebremst? Wie werden Pylonen gesetzt? Und wie wird die Sperrung nachher wieder aufgehoben, damit der Verkehr wieder fließen kann? All dies mussten die Wehrleute für ihre künftigen Einsätze auf der Autobahn, bei denen der Verkehr teilweise mit Geschwindigkeit an ihnen vorbeirauschen wird. Trotz aller Vorbereitung und Übungen hoffen die Wehrleute, dass sie nur selten zu Einsätzen auf die A4 ausrücken müssen.

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