Kreuzau - Netzwerk „Marketing für Frauen”: Weniger Konkurrenz, mehr Konsens

Netzwerk „Marketing für Frauen”: Weniger Konkurrenz, mehr Konsens

Von: Andrea Johnen
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Kontakte knüpfen und Erfahrun
Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen: Juliane Crefeld, Nicola Magin und Bärbel Nolden (von links) erklären die Ziele des „Interessengemeinschaft Marketing für Frauen”. Foto: A. Johnen

Kreuzau. Alle, die das Thema Gleichberechtigung für erledigt hielten, wurden in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt. Im Bundestag und in Unternehmen wird über die Frauenquote kräftig diskutiert, Bascha Mikas Buch „Die Feigheit der Frauen” geistert durch die Feuilletons der Zeitungen.

Anstatt über Quoten zu diskutieren, nahmen zwei Frauen aus Kreuzau die Dinge selbst in die Hand und gründeten vor etwa einem Jahr die „Interessengemeinschaft Netzwerk Marketing für Frauen”. Damit wollen sie unter anderem selbstständigen Frauen und Unternehmerinnen im Beruf unter die Arme greifen.

Die Unternehmensberaterin Juliane Crefeld und die Bilanzbuchhalterin Bärbel Nolden lernten sich über die Buchhaltung kennen und befanden sich auf einer Wellenlänge, so dass aus Ideen das Netzwerk geboren wurde. In diesem Netzwerk können selbstständige und teilselbstständige Frauen Kontakte knüpfen und Erfahrungen und Ideen austauschen. Es gehe hauptsächlich um „Kontakte und Synergien”, betont Crefeld.

Dem Netzwerk gehören 15 Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen an. Neben Pädagoginnen mit verschiedener Ausrichtung sind Typ- und Farbberaterinnen, Fotografinnen und Händlerinnen mit eigenen Läden mit von der Partie. Die wenigsten hätten Angestellte, sondern seien meist „Einzelkämpfer”, so dass ihnen die Schnittstellenkontakte fehlen. Dem soll im Netzwerk abgeholfen werden.

„Superbunt zusammengewürfelt”, nennt es Anna Lex-Marenbach, Typberaterin aus Nörvenich, doch fände man immer irgendwo Berührungspunkte. Gerade der Austausch von Erfahrungen sei ihr sehr wichtig: „Mit den Kunden kann man schlecht über das Geschäft reden, Familie und Freunde können es häufig nicht mehr hören” bringt es Anna Lex-Marenbach auf den Punkt.

Für Jutta Robens, Lektorin aus Düren, ist es reizvoll, die unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen und Dinge auch aus anderen Blickwinkeln betrachtet zu sehen, die durch die unterschiedlichen Persönlichkeiten zustandekommen. Auch Tipps von den Marketingprofis zur Kundenbindung und Neukundenaktivierung erhoffen sich einige Frauen im Netzwerk.

„Trotz aller Veränderungen und Debatten ist die Selbstständigkeit für Frauen immer noch schwierig”, erklärt Juliane Crefeld. Viele würden neben ihrer selbstständigen Arbeit noch eine andere Tätigkeit ausüben. Dazu kommt, dass die meisten Frauen nicht nur die Verantwortung für ihre Selbstständigkeit, sondern auch für ihre Familien tragen. Die Organisation der Familie liegt aus Erfahrung der Beraterinnen in den meisten Fällen immer noch hauptsächlich bei den Frauen, was zu Doppelbelastung führe.

Dass Frauen und Männer unterschiedlich „ticken”, sei mittlerweile fast überall akzeptiert. Nur werde es im Berufsalltag selten berücksichtigt. Diese Unterschiede schlagen sich beispielsweise in der Art nieder, wie Frauen Dinge angehen. Sie „netzwerken” anders, regeln ihre Finanzen anders, möchten auch „im Business nett und Freundinnen sein”, sagt Juliane Crefeld. Sie seien insgesamt weniger auf Kampf und Konkurrenz aus, dafür mehr auf Konsens.

Auch seien Frauen manchmal übervorsichtig, benötigten mehr Anstoße von außen, um sich in die Selbstständigkeit zu wagen, oder über ein Motivationstief hinweg zu kommen. Hier hilft zum Beispiel der Austausch mit „Gleichgesinnten”, die schon mal in ähnlichen Situationen, seien es persönliche oder geschäftliche, waren. Selbstständige Männer hätten in dieser Hinsicht weniger Schwierigkeiten, da sie in der Regel durch größeres Selbstbewusstsein von sich selbst überzeugt sind, wodurch es ihnen leichter fällt andere zu überzeugen. Beispielsweise beim Vorstellen eines Konzepts bei der Bank.

„Hier will das Netzwerk tätig werden, indem es die Frauen unterstützt, ohne sie zu verformen”, sagt Crefeld. Was das in der Praxis bedeutet, kann bei den monatlichen Treffen beobachtet werden: Vorschläge werden in aller Ruhe ausdiskutiert, keine Meinung wird übergangen. Die Ziele werden vor jedem Treffen festgelegt. „Das ist ja kein Kaffeekränzchen”, betont Juliane Crefeld.

Thema der aktuellen Diskussion ist der Fachtag des Netzwerks, bei dem die Frauen sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Dieser soll am 19. Juni stattfinden. Das Programm wird noch erarbeitet.
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