Neapco zieht einen Großauftrag an Land

Von: Jörg Abels
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Die Neapco-Geschäftsführer D
Die Neapco-Geschäftsführer Dr. Christof Traidl (r.), Dr. Martin Esser (l.) und Eric Leenders (2.v.l.) blicken mit Betriebsratschef Peter Nießen in eine positive Zukunft des Standorts Düren. Foto: Abels

Düren. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Christof Traidl des Automobilzulieferers Neapco Europe spricht bereits vom „Wunder von Düren”.

Binnen weniger Monate ist es der neuen Geschäftsführung gelungen, nach der Übernahme des ehemaligen Tedrive- und Ford-Werks nicht nur das tiefe Tal der Insolvenz zu verlassen und verloren gegangenes Vertrauen am Markt bei Kunden und Lieferanten zurückzugewinnen. Traidl und sein Geschäftsführer-Kollege Eric Leenders haben auch Aufträge mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 70 bis 80 Millionen Euro an Land gezogen.

Erst am Montag gab die Neapco-Geschäftsführung bekannt, dass sie den Zuschlag für einen weiteren Großauftrag erhalten hat. Ab 2014 werden am Standort Düren Antriebswellen (Bild) für leichte Nutzfahrzeuge eines namhaften deutschen Herstellers gefertigt. „Der Auftrag mit einem Volumen von bis zu 130.000 Einheiten pro Jahr läuft mindestens sieben, vielleicht aber auch neun Jahre”, freut sich Leenders über ein weiteres Umsatzplus von rund 13 Millionen Euro pro Jahr und bittet um Verständnis, dass er aus vertragsrechtlichen Gründen den Namen des Kunden nicht nennen darf.

Erst Ende November hatte Neapco den Zuschlag für eine neue Modellplattform eines anderen großen deutschen Automobilherstellers bekommen mit einem Volumen zwischen 2014 und 2020 von mehr als 400 000 Antriebswellen, mit dem Neapco den Einstieg ins zukunftsträchtige Elektro- und Hybridgeschäft geschafft hat. Damals war bereits von einem Umsatzplus im volumenstärksten Jahr von über 50 Millionen Euro die Rede.

Und Traidl und Leenders sind zuversichtlich, dass Neapco auch bei der in 2012 noch anstehenden Vergabe weiterer Modellplattformen von Ford, Volvo oder BMW ein gutes Wörtchen mitreden kann, „auch wenn sich der Wettbewerb sicher verschärfen wird”, wie Traidl einräumt. Deshalb gelte es, das Kostenniveau weiter zu senken. Neue Einschnitte für die Belegschaft werde es aber nicht geben. „Wir halten uns an die Vereinbarungen des Sanierungstarifvertrags, der noch bis 2014 läuft.”

Aktuell ist das Dürener Werk, das 2011 bei einem Jahresumsatz von 153 Millionen Euro zurück in die Gewinnzone gekehrt ist, nur zu 60 Prozent (Leenders: „Ein historischer Tiefstand”) ausgelastet. Mit den Großaufträgen aber wird sich das schon 2013 ändern. 2014 soll die Auslastung schon bei 90 Prozent liegen.

Und die neuen Kunden ermöglichen auch neue Investitionen: „Wir wollen in den kommenden Jahren jeweils zehn bis 15 Millionen Euro in unsere Werke in Düren und Polen investieren”, kündigte Traidl am Montag an. In 2012 fließen bereits gut sieben Millionen in neue Maschinen am Standort Düren, wie Finanzvorstand Dr. Martin Esser ergänzte. Neueinstellungen wird es angesichts der 2012 noch zu überwindenden Durststrecke mit einem prognostizierten Umsatzrückgang auf 145 Millionen Euro nur im Dürener Werk vorerst nur punktuell geben, beispielsweise in Entwicklung und Einkauf.

„Aber für 2013/14 sind wir sehr zuversichtlich, dass wir neue Stellen schaffen können”, erklärte Leenders und verwies darauf, dass Neapco das Lehrstellenangebot für das kommende Ausbildungsjahr bereits von fünf auf zwölf mehr als verdoppelt hat.
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