Neapco will keine Standortgarantie geben

Von: Jörg Abels
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Der US-Konzern Neapco fordert bei einem Tedrive-Kauf strukturelle Maßnahmen. Foto: Tedrive

Düren. Während Insolvenzverwalter Dr. Andreas Ringstmeier davon ausgeht, das Dürener Tedrive-Werk bis zum 1. April an den US-Automobilzulieferer Neapco verkaufen zu können, hält sich die Begeisterung des Betriebsratsvorsitzenden Peter Nießen und des Dürener IG-Metall-Bevollmächtigen Paul Zimmermann nicht nur in Grenzen.

Die Sorgenfalten dürften nach dem jüngsten Treffen mit den Amerikanern sogar wieder größer geworden sein. Denn obwohl Neapco seit Monaten einziger verbliebener Kaufinteressent für das Tedrive-Werk in Düren und die eng mit der Rur verbundene Produktion im polnischen Praszka ist, legten die Amerikaner ihre Pläne für den Standort Düren erneut nicht offen auf den Tisch.

Nach Auskunft des Betriebsrates machten die Neapco-Vertreter nur deutlich, dass sie bei einem Kauf der Werke keine Verluste akzeptieren werden und bereits für das Jahr 2010 ein positives Geschäftsergebnis fordern. Da die dafür notwendigen neuen Aufträge, so Nießen, aber kaum zu erwarten sind, sollen weitere strukturelle Veränderungen im Dürener Werk die Kosten senken.

„Nur Kaffeesatzleserei”

Gegenüber dem Betriebsrat sprachen die Amerikaner von einer Absenkung der Fixkosten, auch beim Materialeinkauf, sie forderten weitere Effizienzsteigerungen in allen Bereichen und neuerlichen Personalabbau, ohne Angaben über das Ausmaß zu machen. Maßnahmen, die nicht nur für Paul Zimmermann absolut nicht nachvollziehbar sind.

„Ohne Kenntnis der Geschäftspläne ist das alles nur Kaffeesatzleserei”, spricht der Gewerkschaftsfunktionär von einem enttäuschenden Treffen, zumal Neapco all diese Maßnahmen umsetzen wolle, ohne eine Garantie für den langfristigen Erhalt des Standorts Düren zu geben, erklärte Peter Nießen gegenüber der Belegschaft. Zugesagt hätten die Amerikaner lediglich, keine Produktion von Düren in andere Standorte verlagern zu wollen, das Produktspektrum beizubehalten und sich um weitere Aufträge zu bemühen.

Für Paul Zimmermann steht indes fest, dass es in der „Produktion kein Potenzial für weitere Entlassungen gibt, im Gegenteil”. Nachdem vor Jahresfrist bereits 200 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen mussten, wurden phasenweise sogar Zusatzschichten gefahren.

Details zu den Plänen der Amerikaner erhoffen sich die Arbeitnehmervertreter Mitte Februar. Dann sollen weitere Gespräche folgen.
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