Düren - Natur verbindet Kunst der „Dürener Köpfe“

Natur verbindet Kunst der „Dürener Köpfe“

Von: Hannes Schmitz
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„Dürener Köpfe“: Eröffnung der Lions-Kulturtage auf Schloss Burgau. Foto: Schmitz

Düren. Sie sind das Frühjahrsevent im Dürener Veranstaltungskalender: „Die Kulturtage auf Schloss Burgau“ des Hilfswerks des Lions Club Düren Marcodurum. Eine lange und erfolgreiche Veranstaltungsreihe, wie Bürgermeister Paul Larue und der Präsident des Lions Clubs Dr. Michael Maurer bei der Eröffnung herausstellten.

„Die Kulturtage passen zu Lions“, unterstrich der Jurist die Clubambitionen, das Interesse an Kunst und Kultur zu fördern und damit eigene Clubideen von Liberalität, Offenheit, Toleranz und Internationalität zu verwirklichen. Er verwies auf das inzwischen traditionelle Motto „Dürener Köpfe“, das die bewährte Leitlinie aller Veranstaltungen sei und insbesondere Künstlern aus der Region die Möglichkeit gäbe, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. „Nicht alles, was provokant ist, ist Kunst“, gab er die Richtung vor. Ihm sei wichtiger, dass Künstler ihre Kunst und sich selbst zur Diskussion stellten. Dafür sei Schloss Burgau das geeignete Forum.

Larue hatte bei seiner Ansprache die Zahl „Sieben“ im Blick. „Eine besondere Zahl, die den Lebensrhythmus bestimmt“, um dann auf die Bibel mit ihrer Aussage von den sieben fetten und sieben mageren Jahren hinzuweisen. Zum 14. Male veranstalte der Lionsclub die Kulturtage und hatte dabei nur „fette und ertragreiche Jahre“ bilanzierte Larue, der die Veranstaltung wegen ihrer „Attraktivität in ihrer Vielgestaltigkeit“ lobte und auf die Förderung regionaler Einrichtungen durch den Club hinwies.

Die Natur sah Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann, die eine Einführung in die Ausstellung gab, als bindendes Glied zwischen den Arbeiten der ausstellenden Künstler. Die Scherenschnitte von Sara Schiffer bezeichnete sie als die „Stilisierung der Natur“. Die Künstlerin habe in den langen Jahren ihres Schaffens eine „Kunstform zur Höchstform“ entwickelt.

Assoziationsreiche Bilder kann der Besucher auf sich wirken lassen, Arbeiten, die komplex bisweilen geradezu bedrohlich wirken und Kunst, Natur und Energie miteinander verbinden. Das Liebliche scheint nicht unbedingt Sarah Schiffers Sache zu sein. Aber gerade dies ist es, was die Arbeiten so faszinierend machen. Energisch streng, in klaren Konstruktionen, um Aussagen in flächenartiger Weise herüber zubringen. Schon jetzt darf man gespannt sein auf das Terminspecial der Künstlerin und ihrer Papiertheateraufführung von „Small Faces“ am Sonntag, 17. März.

Natur mit Materialien wie Salz und Ölfarben gestaltet Jens Ochel. Mit Farben zu experimentieren, neue Kombinationen zu entwickeln, sei dabei sein künstlerisches Ziel erläuterte die Museumsleiterin. Er habe den Mut und die Kraft in anderen Feldern zu denken, Stimmungen, Atmosphären, Gefühle in seinen Bildern zu erzeugen, die auf die Vielfalt möglicher Wahrnehmungen hinweisen.

Wer sich für den lokalen Sport interessiert, kennt die Sportfotos von DZ-Mitarbeiter Günther Kròl. Auf der Hauptburg zeigt er eine andere künstlerische Facette, besticht mit Landschafts- und Industrieaufnahmen, zeigt die Kraft und Schönheit der Natur und was daraus wird, wenn Dinge der Natur überlassen werden.

Metall, Luft, Feuer: Für Franz Bahr sind es notwendige „Utensilien“, um seine Werke zu formen oder zu inszenieren. Der Nörvenicher Metallbildhauer zeige, was „machbar ist und vorher nicht denkbar war“, erläuterte Goldmann. Seine „pneumatic sculptures“ verdeutlichten was passiert, wenn Luft forme.

Heinz Viehöver ist in der Stadt kein Unbekannter. Mitgründer der Dürener Jazztage, Schlagzeuger und Architekt. Als Maler ist er bisher weniger in Erscheinung getreten. So wusste die Museumsdirektorin von einem Telefonat mit Ulrich Rückriem, der die Stelen in der Kreisstadt konzipierte, zu berichten und dessen Aussage „noch nichts von ihm gesehen zu haben“, obwohl freundschaftlich verbandelt. Seine Bilder entwerfe Viehöver wie ein Architekt seinen Grundriss. Entscheidend seien Farbgebung und Gewichtung. „Er hält Szenerien in Kunst fest“ spielte sie auf neuere Arbeiten an, die er in seinem Atelier auf Rügen in Bezug auf die dortige Bäder-Architektur entwickelt.

Die ausgestellten Skulpturen, fotografischen Arbeiten, Papierarbeiten und Gemälde stehen zum Verkauf. Der Erlös kommt zum Großteil Lions-Hilfsprojekten in Düren zu Gute. Geöffnet ist die Ausstellung mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie zu den Veranstaltungen.

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