Düren - Namenlosen einen Namen geben

Namenlosen einen Namen geben

Von: sj
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Ein Ort des Erinnerns und des Gedenkens: Der Verein Lebens- und Trauerhilfe hat auf dem Dürener Friedhof ein Gräberfeld für Sozialbestattungen künstlerisch gestalten lassen. Auf den Stelen sollen die Namen der Verstorbenen eingraviert werden. Foto: Johnen

Düren. „Entsorgt, verscharrt und vergessen.” Mit diesen bewusst drastischen Worten verdeutliche Pfarrer Toni Straeten, Vorsitzender des Vereins Lebens- und Trauerhilfe, wie in unserer Gesellschaft beizeiten mit Verstorbenen und dem Gedenken an sie umgegangen wird.

„Es gibt Kommunen, da werden Tote bei Sozialbestattungen kremiert und anonym verstreut”, sagte Straeten. „Das ist in Düren anders.”

Um Namenlosen wieder einen Namen zu geben, hat der Verein die künstlerische Gestaltung eines „würdevollen Gräberfeldes für Sozialbestattungen” auf dem Dürener Friedhof finanziert. In der Stadt werden pro Jahr zwischen 60 und 90 Sozialbestattungen vom Ordnungsamt der Stadt veranlasst, Tendenz steigend. Dadurch entstehen anonyme Grabstätten, die nicht mehr gepflegt werden, sagt Toni Straeten. Der Verein sieht die Ausweisung eines Gräberfeldes als einen Beitrag zur Humanisierung der Bestattungskultur. Es soll ein Ort des Erinnerns und Gedenkens für alle Sozialschwachen geschaffen werden, um ihnen Würde zu verleihen.

Der Dürener Künstler Christoph Plinz schuf mehrere Stelen aus Naturstein, an denen künftig die Namen der Verstorbenen Platz finden sollen. Die dort Bestatteten werden also Spuren hinterlassen - und „Spuren” lautet auch das Motto der künstlerischen Gestaltung.

Am Anfang der Gedenksteine steht eine stilisierte Brücke, die den Übergang vom Leben zum Tod darstellt. Auf der „Lebensseite” sind Fußspuren eingearbeitet. Diese werden mit Hilfe von Findlingen zwischen den einzelnen Stelen wieder aufgegriffen. Ein Baum in der Mitte ist ein natürliches Symbol für das Leben.

„Jedes Leben ist es wert, dass wir uns daran erinnern”, sagte Hubert Cremer, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Düren, bei der Segnung des Gräberfeldes. Richard Müllejans, Betriebsleiter des für den Friedhof zuständigen Dürener Service Betriebs, sprach von einem „weiteren Stück Friedhofskultur” in Düren. Die Lebens- und Trauerhilfe hat das Konzept in Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung und dem Ordnungsamt umgesetzt. Die Finanzierung der Stelen hat der Verein Lebens- und Trauerhilfe übernommen. Er wird auch künftig für die Gravur der Steine aufkommen.
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