Närrische Akademie: Kölner haben doch glatt elf Gehirnlappen

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
sdfsd
„Pedell“ und „Lehrer Welsch“: Professor Herbert Schmidt (links) und Wolfgang Jaegers haben die 13. „Närrische Akademie“ im Dürener Haus der Stadt mit viel Leben gefüllt. Foto: Kinkel

Düren. Wussten Sie eigentlich, dass der Kölner elf Gehirnlappen hat und der Dürener nur vier? Oder wer die berühmteste rheinische Gottheit mit nur einem Buchstaben ist? Wolfgang Jaegers kennt sich damit bestens aus. Der 69-Jährige war am Sonntag als „Lehrer Welsch“ bei der 13. „Närrischen Akademie“ im Haus der Stadt in Düren und hat den jecken Studenten in Semester 25 und 26 die Psyche des Kölners ein kleines Stückchen näher gebracht.

Als Professor Herbert Schmidt, Ex-Karnevalsprinz und Präsident der „Närrischen Nord-Dürener“, vor gut 13 Jahren auf der Suche nach alternativen Formen für Karnevalsveranstaltungen war, ist die Idee zur „Närrischen Akademie“ geboren. „Ich hätte nicht gedacht“, sagte Schmidt am Sonntag, „dass es unsere Akademie so lange geben würde. Aber sie ist zu einer echten Kult-Veranstaltung geworden.“

Schmidt muss es wissen. Nicht nur, dass „seine“ Karnevalsgesellschaft die Akademie veranstaltet, Schmidt ist auch von Anfang an „Pedell“, also Hausmeister, in der karnevalistischen Hochschule. „Die Menschen wollen nicht nur bespaßt werden,“, sagt Schmidt. „Sie wollen auch etwas lernen. Es gibt Leute, die haben keine Akademie versäumt. Wir haben aber auch jedes Jahr Erstsemester.“ Jedes Jahr sind die Studienplätze ziemlich schnell vergeben, auch am Sonntag war der Saal mit gut 350 närrischen Studenten wieder mehr als gut gefüllt.

Auf Inhalte setzen

Auch Wolfgang Jaegers ist von dem Konzept der „Närrischen Akademie“ überzeugt. „Es gibt Menschen, die Party machen wollen, wenn sie Karneval feiern. Es gibt aber auch ganz viele, die zuhören möchten und auf Inhalte setzen. Und die bekommen sie bei der ‚Närrischen Akademie‘.“

Köln, erzählte Jaegers den Studenten in Düren, sei ja bekanntermaßen ein „Biotop für Bekloppte“. Und er habe sich „in diesem wunderbaren Provinznest Düren direkt wohlgefühlt“. Den Kölner, so Jaegers weiter, habe „Jott“ (das ist übrigens die rheinische Gottheit mit einem Buchstaben) am achten Tag der Schöpfung erschaffen. Das Dumme: Er hat bei den Kölnern das Gehirn vergessen, wie Jaegers erklärt: „Eine Seitenlinie davon hat sich unbemerkt fortgepflanzt. Ihre Mitglieder sitzen heute meist im Rat der Stadt Köln.“

Irgendwann seien den meisten Kölnern dann aber eben doch Gehirnlappen gewachsen, und zwar elf Stück. Jaegers: „Der Dürener hat dagegen nur vier Gehirnlappen, nämlich den lobus frontalis, den lobus parietalis, den lobus occipitalis und den lobus temporalis. Man kann also sagen, dass der Kölner fast dreimal so intelligent ist wie der Dürener.“

Näher eingegangen ist Jaegers in seinem Vortrag auf den „lobus sechs“, der auch für das Sexualleben der Kölner verantwortlich sei, und den „lobus acht“, der Schuld habe, dass der Kölner eigentlich immer lacht und so viel pure Lebensfreude verströmt. Klar, dass die Studierenden weit mehr tun mussten als zuhören.

Wolfgang Jaegers' Vorlesungen waren gespickt mit viel Musik – und das Dürener Publikum musste nicht selten lauthals mitsingen. Neben Jaegers als „Lehrer Welsch“ sorgten bei der „Närrischen Akademie“ noch die „Bickendorfer Knallköpp“, Sänger Günter Schwanenberg, Hermann Rheindorf als „Ne Schwaadlappe“ und die „Nordstadtmösche“ für viel Unterhaltung.

Übrigens ist Akademie-„Pedell“ Schmidt davon überzeugt, dass es auch für Semester 27 und 28 noch genug Vorlesungsstoff gibt. „Wissen“, sagt er lachend, „ist eine Kugel. Und die wird immer größer, je mehr man weiß.“ Wie immer wurde auch Wolfgang Jaegers zum Ende der Akademie nach einem würdigen Nachfolger als „Lehrer Welsch“ gefragt. Sein Vorschlag kam prompt, er hat Rudolf Meier vorgeschlagen. Der ist genau wie Jaegers Seminarleiter an der „Akademie för uns kölsche Sproch“ und auch ein echter Kenner der Mundart.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert