Nacht der offenen Kirchen: Mehr Mut zur Lücke zeigen

Von: sj
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In und rund um die Alte Kirche in Niederau stand während der „Nacht der offenen Kirchen“ das Miteinander im Mittelpunkt. Es wurde gemeinsam musiziert – und auch gegessen. Die Gemeinde hatte alle in Niederau lebenden Flüchtlingsfamilien eingeladen. Foto: sj

Düren. Es ist nicht immer alles perfekt im Leben. Manches bleibt bruchstückhaft, ein Versuch. Lücken gehören zum Alltag. Und dennoch ist schon allein das Wort negativ besetzt. Eine Lücke wird als Mangel betrachtet, als Ausfall. Lücken stören, gelten als Fehler im System. Die Schülerinnen der St.-Angela-Schule sind da anderer Meinung. Sie haben während der „Nacht der offenen Kirchen“ die Besucher der Kapelle am Freitag ausdrücklich dazu aufgefordert, im Leben mehr Mut zur Lücke zu haben.

Die Schülerinnen hatten ein Programm zusammengestellt, das Lücken vor allem als Freiräume für Veränderungen und als Chancen präsentierte. Die Besucher der Kapelle vervollständigten Gedichte, beendeten kreativ angefangene Zeichnungen und füllten mit selbst geschriebenen Wünschen und/oder ausgewählten Sinnsprüchen und Bibelstellen die Lücken eines um ein Kreuz gewickelten Maschendrahtzaunes.

Zwölf Gotteshäuser zeigten sich Freitagnacht so, wie die Besucher sie sonst nicht kennen. In der Christuskirche spielte beispielsweise das Orchester des Stiftischen Gymnasiums, es traten Breakdancer auf, in der Emmaus-Kapelle am Evangelischen Friedhof traten Musik und Architektur miteinander in den Dialog. Unter dem Thema „Friede“ regte der Projektchor der Cappella Villa Duria, begleitet von Johannes Esser an der Orgel, mit Musik, Liedern und Texten zum Nachdenken an.

Die Klinikkirche der LVR-Klinik wurde zum meditativen Klangraum, Lieder, Kurzfilme und Gedichte ließen die Nacht in St. Marien sehr kurzweilig werden. Die Möglichkeit zur stillen Anbetung bestand in St. Peter Julian, innere Ruhe und Frieden sollten die Besucher der Seminar-Kapelle des Caritasverbandes finden. In der St.-Bonifatius-Kapelle des Kinderheims St. Josef standen Beispiele christlichen Lebens im Mittelpunkt.

Kirche und Kirchengebäude aus einer anderen Perspektive erleben – das ist seit jeher der Ansatz der Nacht der offenen Kirchen. „Die Atmosphäre ist eine ganz besondere. Ich mag es, mir Orte anzuschauen, die an diesem Abend ganz anders wirken. Und überall gibt es Neues zu entdecken“, fasst St.-Angela-Schülerin Nele (13) ihre Eindrücke zusammen. Im vergangenen Jahr hat sie selbst manches Angebot genutzt, in diesem Jahr spielte sie mit Christina (14), Mia (12) und Abelina (13) und fünf weiteren Schülerinnen ausgewählte Musikstücke für die Besucher der Schulkapelle.

Das „Miteinander“ stand auch im Mittelpunkt rund um die Alte Kirche in Niederau. „Wir wollten etwas für die Gemeinde St. Cyriakus in der Großpfarre St. Lukas tun“, erklärt Else Wiesen. Schließlich ist Kirche auch ein Stück Identität. Flüchtlingsfamilien, die eine Zuflucht in Niederau gefunden haben, waren zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. „Friede, Freude, Bibelkuchen“ hieß es in St. Anna.

Die Gruppe „Lukas mittendrin statt nur daneben“ hatte dazu eingeladen, für den Frieden zu beten, aus Freude zu tanzen und als Suchspiel anhand von Bibelstellen das Rezept für einen Feigenkuchen zu vervollständigen. Zum Abschluss trafen sich viele Besucher der Nacht um 23 Uhr in der Annakirche zur ökumenischen Agapefeier.

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