Düren - „Nacht der Jugendkulturen“: Plattform für junge Leute

„Nacht der Jugendkulturen“: Plattform für junge Leute

Von: kin
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Shawn (14) sprüht ein Graffiti auf eine große Wand. Der Jugendliche probiert sich zum ersten Mal in diesem Kunst-Bereich aus. Foto: Kinkel

Düren. Der Kaiserplatz brummt. Auf der Bühne sorgt die Band „Ape Shack“ für Stimmung, Jugendliche spielen Fußball und versuchen ihr Geschick an einer neun Meter hohen Kletterwand. „Ich finde es gut, dass wir all das heute direkt vor dem Rathaus machen dürfen“, sagt der 14-jährige Shawn, der gerade ein Graffiti auf eine große Wand sprüht. „Mir macht das total Spaß.“

Zum ersten Mal hat die Stadt Düren sich am Freitag an der „Nacht der Jugendkulturen“ beteiligt, die in ganz Deutschland in 66 Städten und Gemeinden stattgefunden hat. „Wir möchten den Jugendlichen eine Plattform bieten“, sagt Sabine Kieven vom Jugendamt der Stadt Düren. „Und wir möchten ihnen die Gelegenheit geben, sich einmal mitten in der Stadt zu treffen.“ Auch in Düren, so Kieven weiter, gebe es verschiedene Jugendkulturen. „Das können Anhänger verschiedener Musikrichtungen sein, aber beispielsweise auch Sprayer, Rapper und Skater. Diese Gruppen gibt es auch in Düren, die bringen wir heute zusammen.“

Der 17-jährige Armando ist gerade die 163 Stufen im Rathaus bis zum siebten Stock hochgelaufen – und hatte sichtlich Spaß. „Mir gefällt das Angebot“, sagt er. „Es ist ziemlich cool, einmal vor dem Rathaus Fußball zu spielen. Wann kann man das sonst schön?“

Auch Sabine Kieven hat in ihrer täglichen Arbeit mit den jungen Leuten die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht darauf ankommt, außergewöhnliche Events anzubieten. „Wenn ich im Rahmen der mobilen Jugendarbeit mit meinem Bus zu den Leuten fahre, habe ich Bälle und ein paar Spiele dabei. Die Jugendlichen brauchen einen Ansprechpartner, und sie brauchen Verlässlichkeit.

Das ist ganz wichtig.“ Mandy ist mit ihren Freundinnen aus dem Jugendheim in Gürzenich auf den Rathausvorplatz gekommen, auch sie findet die „Nacht der Jugendkulturen“ gut. „Die Band, die gespielt hat, hat mir nicht so gut gefallen, aber ich habe halt einen anderen Musikgeschmack. Grundsätzlich finde ich es aber gut hier. Wenn es nächstes Jahr wieder eine ‚Nacht der Jugendkulturen‘ gibt, wünsche ich mir ein großes Trampolin auf dem Rathausvorplatz.“

Neben „Ape Shack“ treten noch die beiden Rapper Christian Wilhelm („Crizzle“) und Sebastian Mörsch („Semo“) auf, außerdem hat Simone Schneider von der Mobilen Jugendarbeit Düren-Südost, Pfarre St. Lukas noch einen Talentwettbewerb organisiert, an dem sich mehr als zehn Jugendliche beteiligt haben. Besonders haben die Verantwortlichen sich gefreut, dass auch viele junge Flüchtlinge am Freitagabend den Weg auf den Rathausvorplatz gefunden haben. „Wir machen keine spezielle Jugendarbeit für Flüchtlinge“, sagt Sabine Kieven. „Aber sie sind natürlich Teil unserer normalen Arbeit und jederzeit herzlich willkommen.“

Es sei schön, dass die jungen Asylbewerber an der „Nacht der Jugendkulturen“ teilgenommen hätten. „Das zeigt, dass sie sich doch schon ein Stück heimisch fühlen“, meint Kieven.

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